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„Der Kontakt ist nie abgerissen“

Lilien-Keeper Christian Mathenia aus Mainz über frühere Mitspieler und die Gegenwart

Seit August 2014 hütet der Mainzer Christian Mathenia (23) das Lilien-Tor.Gegen den FC Bayern München machte er am 22. Spieltag sein wohl bestes Liga-Spiel für die Lilien. Selina Eckstein hat den Torwart für VORHANG AUF vor dem Spiel gegen den FSV Mainz 05 befragt.

Selina Eckstein (SE):  Christian, du bist in Mainz geboren und hast dort das Fußballspielen gelernt. Wie wird es für dich sein, nun mit dem SV Darmstadt 98 dort in Mainz aufzulaufen?

Christian Mathenia (CM): Unser Ziel ist es, dort drei Punkte zu holen. Aber natürlich wird es für mich etwas ganz Besonderes sein, an alter Wirkungsstätte aufzulaufen.

Mathenia2SE: Aber du wohnst mittlerweile in Darmstadt, oder?

CM: Ja, weil ich mich komplett auf die neue Umgebung einlassen wollte. Deshalb bin ich auch direkt nach Darmstadt gezogen.

SE: Wo gefällt es dir besser?

CM: Das ist doch eine Fangfrage, oder? (lacht) Ich bin in Mainz geboren, finde es dort sehr schön und ein Vorteil ist der Rhein. Ein Fluss fehlt mir hier schon. Aber ich fühle mich auch in Darmstadt sehr wohl.

SE: Hast du noch Kontakt zu Leon Balogun, der zur aktuellen Saison von Darmstadt nach Mainz gewechselt ist? Oder zu anderen Mainz-Spielern?

CM: Ja, auf jeden Fall. Man trifft sich auch mal hin und wieder in Darmstadt oder Mainz und geht zusammen was essen. Der Kontakt ist nie abgerissen. Außerdem schreibe ich häufig mit Stefan Bell.

SE: Habt ihr in der Woche vor dem Spiel dann noch Kontakt zueinander?

CM: Da herrscht komplette Funkstille. Jeder konzentriert sich auf seinen Verein. Nach dem Spiel können wir wieder Freunde sein (grinst).

SE: Als Torwart strahlst du während den Spielen eine unglaubliche Ruhe aus. Woher nimmst du das Selbstvertrauen?

CM: Mit den Spielen und der Zeit wächst das Selbstbewusstsein. Zu Beginn war meine Nervosität noch groß. Das hat sich mittlerweile gelegt.

SE: Deshalb läufst du dann manchmal weiter aus dem Tor heraus?

CM (lacht): Das gehört zu meinem Job dazu! Es ist prägend, wenn man Manuel Neuer spielen sieht. Die neue Torhüter-Generation steht weiter vor dem Tor, als zum Beispiel noch Oliver Kahn oder Jens Lehmann früher.

Mathenia4SE: Siehst du in Manuel Neuer dein Vorbild?

CM: Ich finde es schwer das zu sagen, wenn man in der gleichen Liga spielt. Er ist in der Hinsicht mein Vorbild, weil er überragende Leistungen bringt und immer konzentriert ist, obwohl nur wenige Schüsse auf sein Tor kommen. Da sieht man auch bei uns. Ich bekomme auch nicht viele Bälle auf das Tor, weil wir in der Abwehr kompakt stehen.

SE: Hattest du als Kind ein Vorbild?

CM: Als ich früher in Mainz ins Stadion gegangen bin, stand Dimo (Dimo Wache, Torwarttrainer beim SV 98, Anm. d. Red.) im Tor. Da dachte ich mir, dass ich auch irgendwann mal da unten stehen möchte. Deshalb habe ich nur auf ihn geachtet.
SE: Wer wird am Ende der Saison in der Tabelle besser da stehen: Mainz oder Darmstadt?

CM: Ich hoffe natürlich wir, aber unser erstes Ziel ist es erst mal über dem Strich zu bleiben. Wenn wir das geschafft haben, kann Mainz von mir aus in der Europa League spielen (grinst).

SE: Viele Dank für das Interview, Christan, und weiterhin hoffentlich wenige Gegentore.