Inspiration

Das Staatstheater im Oktober

Mi. 16.10. | Ödipus, Tyrann

Heiner Müller nach Friedrich Hölderlin nach Sophokles.

Ödipus ist der Fremde. Er ist der Ausgestoßene, der als Kind in der Wildnis ausgesetzt werden sollte, aus Mitleid gerettet, über seine Herkunft getäuscht wurde und der nicht nur äußerlich durch die Verletzung am Fuß stigmatisiert ist, sondern auch durch den Spruch des Orakels, der ihn zum Mörder macht. Ödipus als Held hat Theben von der mörderischen Sphinx erlöst, in dem er in ihrem Rätsel den Menschen erkannte. Ödipus ist ein fanatischer Wahrheitssucher. Als er erkennt, dass er der Mörder seines Vaters ist und mit der eigenen Mutter Kinder gezeugt hat, muss er die Selbsterkenntnis der eigenen Schuld ertragen. So blendet sich der, der als Sehender blind war, am Ende selbst. red

Weitere Vorstellungen am 19. und 20. Oktober

Sa. 26.10. | Fidelio

Oper von Ludwig van Beethoven | Kammermusik von Annette Schlünz | Libretto von Joseph Sonnleithner, Stephan von Breuning und Georg Friedrich Treitschke nach Jean Nicolas Bouilly

Leonore ist eine Frau, die es mit Pizzaro, der Personifikation des bösen Unterdrückers, aufnimmt. Sie rettet ihren Gatten Florestan, als männlicher Gehilfe verkleidet, aus dem Kerker und damit vor der sicheren Hinrichtung. Beethoven knüpfte mit seinem „Fidelio“ an die Gattung der in Frankreich so beliebten „Rettungsoper“ an. Welche Helden wären heute die richtigen, um gegen strukturelle Unterdrückung zu opponieren?red

Am Tisch mit Fidelio: Exklusive Sitzplätze auf der Bühne hauthah an den Darstellern – falls gewünscht, bitte bei der Reservierung unbedingt angeben. Weitere Vorstellungen am 10.11. und 22.11.

ab Di. 29.10. | Die Zauberflöte für Kinder

Kurzfassung der Oper von Wolfgang Amadeus Mozart / ab 6 Jahren

Ein junger Mann wird von einer Schlange verfolgt, fällt in Ohnmacht, trifft auf den Vogelmenschen Papageno, verliebt sich angesichts eines Bildes und verspricht der aus Gewitterwolken erscheinenden Mutter der Dargestellten, ihre Tochter aus den Händen eines Bösewichts zu befreien… Eindeutig ein Märchen, oder? Doch Mozarts „Zauberflöte“ ist mehr als ein Märchen mit volkstümlichen Figuren. Die auf den ersten Blick so einfache Geschichte kann ebenso als freimaurerisches Ideendrama, Parabel auf das Erwachsenwerden oder als theatraler Initiationsritus gelesen und präsentiert werden. Niemals büßt sie jedoch ihre unmittelbare Wirkung ein. So ist die „Zauberflöte“ Welt-Theater im besten Sinne: Eine Gelegenheit für Jung und Alt zur Welterfahrung mit den Mitteln des Theaters.red
Staatstheater Darmstadt | Großes Haus

Eintritt ab 7,50 Euro | weitere Vorstellungen am 9.11., 11.12. & 23.12.

ab Do. 31.10. | Tanzfestival Rhein-Main 2019

Das vom Hessischen Staatsballett und Künstlerhaus Mousonturm seit 2016 veranstaltete Tanzfestival zählt zu den Highlights der Tanzplattform Rhein-Main.

Das 18-tägige Programm präsentiert in den Städten Darmstadt, Frankfurt, Wiesbaden und Offenbach herausragende Choreografien regionaler Prägung sowie internationale Positionen. Infos unter tanzfestivalrheinmain.dered

31. Oktober bis 17. November / Darmstadt, Frankfurt, Wiesbaden

Informationen zu Vorstellungsbeginn, weiteren Terminen und Eintrittspreisen unter www.staatstheater-darmstadt.de