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Darmstadts Gastronomie bittet vereint um Hilfe

Die Corona-Krise stellt in diesen schweren Tagen und Wochen vor allem die Gastronomie vor ungeahnte, existenzbedrohende Herausforderungen: Lokale, Bars und Restaurants sind geschlossen, Einnahmen fallen aus und es ist ungewiss, wie lange dieser Zustand anhält. Sicher hingegen ist: Sollte es nicht auf vielen Ebenen Hilfen für die Gastronomie geben, wird es nach der Krise viele Lokale, Bars und Restaurants nicht mehr geben. Ein schlimmer Verlust für die Gesellschaft und für diese Stadt, die dann ihr Gesicht verändern wird.

Ein Zusammenschluss Darmstädter Gastronomen hat sich in diesen Tagen an den Oberbürgermeister, seine Dezernenten und die Stadtverordneten gewandt. Das Gastro-Netzwerk Darmstadt, organisiert von Imke Münster, Nina Pauschert (beide 3klang) und Stefan Zitzmann (Wellnitz) möchte gemeinsam Wege aus der aktuellen Krise finden.
„Trotzdem wir alle solvente Unternehmen leiten, können wir die durch den Corona-Virus uns auferlegte Zwangspause nicht aus eigenen Mitteln stemmen: Wir sind zwingend auf Hilfe Dritter, gerade auch unserer Kommune angewiesen“, heißt es in dem Schreiben.

Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) und Stadtkämmerer André Schellenberg (CDU) haben mittlerweile zugesichert, Steuerbescheide für Gewerbetreibende auf formlosen Antrag, der auf die aktuelle Covid-19-Pandemie verweist, zurückzustellen, Außerdem werden die Gebühren für die Nutzung von Außenflächen bis zur Normalisierung der Lage nicht erhoben. Der Gebühreneinzug, der regulär am 1. April 2020 stattfinden würde, erfolge nicht, heißt es aus dem Rathaus.

Das Netzwerk setzt auf den kompletten Erlass der Gewerbesteuer für die Jahre 2020 und für 2021, den kompletten Erlass der Sondernutzungsgebühren für die Außenbewirtschaftung für 2020 und 2021, den kompletten Erlass der Grundsteuer für Vermieter von Gewerbeimmobilien für 2020 und 2021, sollten sie gastronomischen Unternehmen einen Erlass der Miete für den Zeitraum der Stilllegung einräumen und auf den Einfluss der Stadt auf kommunal getragene Banken, laufende Kreditzahlungen betroffener Unternehmen für das kommende halbe Jahr auszusetzen.

Auch die Sorgen und Nöte ihrer Mitarbeiter, Angestellten und (oft studentischen) Aushilfen haben die Netzwerk-Gastronomen im Blick und bitten die Stadt, bei den Verantwortlichen des Bundes und der Länder auf eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf 100 Prozent und Kurzarbeitergeld auch für Mini-Jobs und studentische Aushilfen.

„Wir sind uns bewusst, dass wird dem ohnehin gebeutelten Haushalt der Stadt eine gehörige Last hinzufügen“, schreiben die Netzwerk-Macher. „Wir geben aber zu bedenke, dass die Last eine viel größere sein wird, wenn erhebliche Teile der Darmstädter Gastronomie mit ihren vielen Tausend Beschäftigten insolvent gehen.“ Es gehe darum, auch weiterhin „zur kulinarischen und kulturellen Vielfalt der Stadt beitragen zu können“, setzt das Netzwerk auf offene Ohren bei den Verantwortlichen der Stadt.

Auch das Team vom VORHANG AUF Magazin schließt sich als Kultur- und Veranstaltungsmagazin für Darmstadt und die Region diesem Hilferuf an: Denn auch wir sind auf den Fortbestand vor allem der Gastronomie und der kulturellen Vielfalt in unserer Stadt angewiesen.