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Chronologie eines Abgangs mit Störgeräuschen

Wie Trainer Markus Anfang den SV Darmstadt verließ

Foto: Florian Ulrich

Dienstag, 26. Mai

Vereinspräsident Rüdiger Fritsch erklärt im Saisonbilanz-Gespräch, ein Abgang von Trainer Markus Anfang sei kein Thema. „Wir haben einen Trainer, der hat Vertrag“, sagt er. „Hier geht es einfach weiter.“ Was Fritsch zu diesem Zeitpunkt nicht weiß: Anfang verhandelt bereits mit Bundesliga-Absteiger Werder Bremen.

Samstag, 29. Mai

Anfang teilt dem Verein mit, dass er sich mit Bremen einig sei. Werder bietet eine Ablösesumme in Höhe von 200.00 Euro, zahlbar in Raten. Die Lilien sind empört über das Vorgehen, bezeichnen das Angebot als „Frechheit“ und kündigen eine eigene Forderung an.

Montag, 31. Mai

Der SV Darmstadt 98 legt Werder Bremen seine Forderung vor, die sich auf etwa eine Million Euro beläuft. Bremen lehnt diese Forderung ab und erklärt am Abend, der Deal sei geplatzt. Darmstadt plant zu diesem Zeitpunkt keine weiteren Verhandlungen, wissend, dass eine Zusammenarbeit mit Anfang aufgrund des beschädigten Vertrauensverhältnisses kaum möglich sein würde. Man sei zu diesem Zeitpunkt bereit gewesen, ein Exempel zu statuieren, heißt es aus Vereinskreisen.

Dienstag, 1. Juni, morgens

Bremen nimmt von sich aus wieder Kontakt nach Darmstadt auf und bessert sein Angebot deutlich nach. Es wird verhandelt, und man erzielt schnell eine Einigung. Dem Vernehmen nach liegt die Ablösesumme deutlich über 500.00 Euro.

Dienstag, 15.45 Uhr

Der SV Darmstadt 98 verkündet offiziell, dass Anfang den Verein Richtung Bremen verlassen wird.

Mittwoch, 2. Juni

Sportchef Carsten Wehlmann erläutert das Anforderungsprofil für den Anfang-Nachfolger. Man wolle mit dem neuen Trainer den eingeschlagenen Weg fortführen – „was den spielerischen Ansatz angeht, was den aktiven Ansatz angeht mit und gegen den Ball“.

Dienstag, 8. Juni

Der SV Darmstadt 98 gibt bekannt, dass Torsten Lieberknecht neuer Cheftrainer wird.