Inspiration

Bewegung für die Pumpe

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Herzsport

Es schlägt etwa 70 Mal in der Minute und sorgt dafür, dass der ganze Körper mit Blut versorgt wird: Unser Herz leistet Großartiges. Und das meist im Verborgenen. Bewegung und vor allem Dauersportarten sind gut für den Herzmuskel. Auch wenn bereits Herz-Kreislauferkrankungen vorliegen.

Sport ist gesund, das ist hinlänglich bekannt. Wer sich viel bewegt, bleibt in Form, bringt seinen Kreislauf in Schwung und hält die Gelenke beweglich. Sport kann aber noch mehr. Bei Patienten mit Herzerkrankungen, nach einem Herzinfarkt oder bei Herzschwäche kann gezielte, regelmäßige Bewegung das Herz stärken. Der richtige Sport kann dann Beschwerden lindern und sogar vor einem erneuten Infarkt schützen, das belegen Studien. Außerdem verbessert Bewegung die körperliche Leistungsfähigkeit und kann so die Lebensqualität bei Herzerkrankungen steigern

Was ist Herzsport?
Nach einem Herzinfarkt ist vieles anders. Patienten wird meist empfohlen, ihren Lebensstil zu ändern. Eine gesunde Ernährung, Rauchverzicht und Stressabbau sind wichtige Säulen. Aber auch Bewegung gehört dazu: Sport sollte Teil des Alltags werden. Am besten eignet sich hierfür Herzsport, auch Koronarsport genannt. Dabei handelt es sich um eine Rehabilitationsmaßnahme für Patienten mit kardialen Erkrankungen.
Herzsport wird ärztlich verordnet und von den Krankenkassen je nach Krankheitsbild gefördert. Wie intensiv trainiert werden kann und darf, hängt vom jeweiligen Menschen und dessen Krankheitsbild ab. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt generell moderaten Sport. Wünschenswert sind mittlere Pulswerte – man sollte bei der Bewegung ins Schwitzen kommen, sich dabei aber noch unterhalten können.

Bessere Durchblutung, mehr Kraft
Regelmäßiges Ausdauertraining nach Absprache mit einem Arzt und unter Anleitung kann für Herzpatienten positive Effekte auf das Herz-Kreislauf-System haben:
Der Herzmuskel wird durch regelmäßiges Ausdauertraining kräftiger und wird besser durchblutet.
Dadurch kann das Herz ökonomischer arbeiten. Denn durch Sport sinkt die Herzfrequenz in Ruhe und auch bei Belastung.
Nicht nur für das Herz ist Sport gut, der ganze Körper profitiert davon. Die Sauerstoffaufnahme über das Blut verbessert sich, Durchblutung und Belüftung der Lunge werden effektiver, die Atmung wird kräftiger und auch das Immunsystem wird gestärkt.

Training in der Gruppe
Nach einem Herzinfarkt oder wenn eine Herzerkrankung festgestellt wurde, können Betroffene in speziellen Herzsportgruppen trainieren. Damit die Krankenkassen die Kosten übernehmen, muss eine Gruppe von einem qualifizierten Trainer geleitet und von einem Arzt betreut werden. Beim wöchentlichen Training steht dann ein angemessenes Sport- und Bewegungsprogramm im Vordergrund.

Drei Tipps für für ein gesundes Herz Drei wichtige Infos zu Herzgesundheit
Gesundes HerzHerzgesundheit
Lachen Sie! Das entspannt die Herzwände und verbessert die Durchblutung. Denn beim „herzhaften“ Lachen wird das Herz-Kreislauf-System aktiviert, zahlreiche Muskeln werden bewegt und Glückshormone freigesetzt. Das wirkt auch gegen Stress.
Bewegen Sie sich! Bewegung im Alltag sollte sein, dazu vier bis fünf Mal pro Woche 30 bis 45 Minuten Sport sind ideal. Aber auch nur ein bisschen Sport bringt etwas: Jeder Schritt ist gesund!
Checken Sie Ihre Werte! Hoher Blutdruck, schlechte Cholesterin- und Blutzuckerwerte belasten das Herz-Kreislaufsystem – oft unbemerkt. Auch wenn Sie keine Beschwerden haben, sollten Sie Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker regelmäßig kontrollieren lassen.
Frauenherzen schlagen anders: Das liegt daran, dass der Herzmuskel der Männer in der Regel größer ist und so mit der gleichen Schlaganzahl mehr Blut pumpen kann als ein Frauenherz.
Herzinfarkt bei Frauen kündigt sich anders an: Ein Herzinfarkt bei Männern kündigt sich oft durch heftige Brustschmerzen, Schweißausbrüche, Übelkeit und Atemnot an. Bei Frauen treten häufig Schmerzen im Schulterbereich, Kiefer und Oberbauch sowie Atemnot auf.
In die Wiege gelegt ist manchen Menschen das Risiko für Herzerkrankungen: Wenn ein Elternteil oder enge Verwandte vor dem 60. Lebensjahr an den Herzkranzgefäßen erkrankten, ist das Risiko, selbst Herzprobleme zu bekommen, wesentlich erhöht.