Inspiration

Betriebsschließungsversicherungen und warum eine Pandemie nicht versicherbar ist!

Ralf Hammann von der Zurich versteht sich als Übersetzer des verwirrenden Assekuranz-Sprech. Bezirksdirektion der Zurich Versicherungen Deutschland Groß-Gerauer Str. 6a , 64560 Riedstadt,Tel.: 0 61 58 - 71 589 Mail: ralf.hammann@zuerich.de

Vorhang Auf ist ja seit jeher ein Partner der Gastronomie und deshalb liegt es mir als Kolumnist für das Vorhang Auf Magazin am Herzen, ein paar Sachen, die insbesondere die Gastronomie interessiert, gerade zu rücken.

Es geht um die behördlich angeordneten Betriebsschließungen in der Gastronomie und die damit entbrannte Diskussion ob Betriebsschließungsversicherungen zahlen müssen oder nicht? Den Versicherungsschutz, den man gemeinhin kaufen kann, zahlt dann, wenn der einzelne Betrieb von den Behörden geschlossen wird, etwa wenn ein Lokal aufgrund Salmonellen von Amts wegen schließen muss. Nicht wenn eine ganze Branche aufgrund einer Pandemie betroffen ist. Aber die wenigsten haben diesen Versicherungsschutz. So ein Fall wurde nie kalkuliert und kann auch nie nur von den Versicherungen abgesichert sein. Hier, und das sieht man in der Corona Krise an den diversen Hilfsprogrammen der Politik ja überdeutlich, ist der Gesetzgeber gefordert!

Dennoch haben die Zurich und drei andere Versicherer mit der bayrischen Staatsregierung und der Bayrischen Dehoga (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) eine Vereinbarung getroffen. Die Versicherer zahlen freiwillig, also ohne jegliche juristische Verpflichtung 15 Prozent des Umsatzverlustes, natürlich nur an Kunden mit entsprechender Police. Dies, weil wir unsere Kunden in dieser Situation unterstützen wollen. Und weil Bedingungstexte nicht wirklich immer transparent und verständlich sind. Wir machen unseren Schirm nicht zu, wenn es regnet.

Die Zurich setzt das Ganze dann nicht nur in Bayern, sondern im ganzen Land um. Dass einzelne DEHOGA Landesverbände nun ihre Mitglieder aufrufen zu klagen, ist in dem Zusammenhang nicht nachzuvollziehen. Die Politik sieht die Versicherer nicht in der Pflicht, sondern ist erfreut, dass Versicherer freiwillig helfen. Die Situation derzeit ist für alle nicht einfach, insbesondere für die Hotel- und Gastronomiebranche. Aber anstatt aufeinander einzuschlagen, sollten wir doch zusammenstehen. Warum hat wohl der DEHOGA-Verband Bayern dieses Abkommen vereinbart? Vermutlich, weil er das für den richtigen Weg hält… Klartext: Eine Pandemie war und kann niemals Gegenstand einer Versicherungspolice sein. Eine Pandemie ist für Versicherungsunternehmen nicht kalkulierbar. Das ist ein Risiko, das einzelne Unternehmen nicht mit Rückversicherern tragen könnte. Das ist in der Wahrnehmung der Politik ein kriegsähnlicher Zustand und Krieg ist auch nicht versicherbar. Eine Pandemie in dieser Ausprägung gab es noch nie! Kein Mensch hätte vor Corona eine Pandemieversicherung abgeschlossen! Oder?

Die Pandemie trifft uns alle, einige mehr, andere weniger! Deshalb ist Solidarität gefordert und Solidarität sollte keine Einbahnstraße sein. Die Politik und einzelne Versicherer haben das erkannt. Dafür meinen großen Respekt und Dank. Danke auch an alle Unternehmen, die durchhalten. Ich freue mich schon wieder auf das erste Bier im Biergarten, die erste Pizza, das erste Steak, das ich in geselliger Runde und nicht einsam Zuhause zu mir nehmen kann.

Wer Fragen zu diesem Thema oder anderen Versicherungsfragen hat: Wir sind da, telefonisch (06158-71589 mobil 0177 5066988) – per mail (hammann@zuerich.de)– per Videoberatung und bald hoffentlich auch wieder ohne Berührungsängste persönlich und vor Ort.

Ralf Hammann

Zurich Bezirksdirektion
Hammann & Sohn
Groß-Gerauer Str. 6A
64560 Riedstadt
Tel.: 0 61 58 -71 589
hammann@zuerich.de