Inspiration

Aufbruch ins Leben

Düsternbrook – Die Nicht-Autobiographie von Schauspieler Axel Milberg

So oder so ähnlich könnte sich das zugetragen haben: Die Kindheit, die Jugend und das Erwachsen werden von Schauspieler Axel Milberg. Der kam im Sommer 1956 in Kiel zur Welt und wuchs dort im gutbürgerlichen Nobelviertel Düsternbrook auf. Milbergs Erzählungen aus dieser Zeit klingen nach Autobiographie. Sein Debütroman sei aber keine, so der Autor in einem Interview: Siebzig Prozent seien fiktional.

Und so bleibt auch für die wohl stärkste Szene im Buch Hoffnung auf die verbleibenden dreißig Prozent: Als Milberg auf den großen Mimen Gert Fröbe (1913-1988, der dämonische Kindermörder aus „Es geschah am hellichten Tag“, 1958) trifft. Fröbe, als James-Bond-Gegner Auric Goldfinger gerade zu Weltruhm gelangt, gastiert mit seinem Programm „Gespielte Memoiren“ im Sechseckbau der Kieler Uni, beeindruckt den Ich-Erzähler Milberg und bestärkt den Jungen im Garderoben-Gespräch, Schauspieler werden zu wollen: „Oh, wie da mein Wunsch aufflammte, so was auch zu machen. Traum, Verwandlung, Erfindung, ja ich träumte wieder wie als Kind auf dem Rasen, wo mich Musik bewegt hatte, die niemand hörte. Eins sein mit sich. Das machen, was man will. Sich nicht schämen, für nichts mehr schämen.“
Hat prima geklappt: Axel Milberg ist heute einer der wohl erfolgreichsten deutschsprachigen Schauspieler – und so viel mehr als der Kieler Tatort-Kommissar Borowski („Ich höre“).

sar

Axel Milberg Düsternbrook Roman | Piper  | 288 Seiten | 22 Euro