Inspiration

Drei Neue bei den Lilien

Oscar Vilhelmsson

Vier Tage vor dem ersten Saisonspiel verkündete der SV Darmstadt 98 die lang ersehnte Verstärkung für den Angriff: Vom schwedischen Erstligisten IFK Göteborg wechselte Oscar Vilhelmsson ans Böllenfalltor. Der 18-Jährige unterschrieb einen Vertrag bis Juni 2026. Dem Vernehmen nach beträgt die Ablösesumme über eine Million Euro. Das hatte es bei den Lilien zuvor erst einmal gegeben: In der Bundesliga-Saison 2016/17 kam der Slowene Roman Bezjak für rund zwei Millionen Euro. Der Angreifer konnte sich in den zwei Jahren in Darmstadt jedoch nie durchsetzen.

Bei Vilhelmsson war der Einstieg dagegen vielversprechend – obwohl ihn ein Bänderriss kurzzeitig zurückwarf: In seinem zweiten Einsatz erzielte er nach seiner Einwechslung das 1:0-Siegtor gegen Eintracht Braunschweig. Im folgenden Spiel gegen Hansa Rostock holte er als Joker einen Elfmeter heraus.

Vilhelmsson wurde bei IFK Göteborg ausgebildet und feierte dort 2020 mit 15 Jahren sein Debüt im Herren-Bereich. Für die Profi-Mannschaft bestritt er insgesamt 33 Pflichtspiele (6 Tore). Sportchef Carsten Wehlmann nennt den Spieler „eines der vielversprechendsten Talente im schwedischen Fußball“. Vilhelmsson erklärt, Darmstadt sei eine super Adresse für seinen Schritt ins Ausland. „In den Gesprächen mit den Verantwortlichen wurde mir gezeigt, dass man mich unbedingt möchte und mir vertraut, mir gleichzeitig aber auch die nötige Zeit für meine Entwicklung gibt.”

Yassin Ben Balla

Mit seiner Einwechslung in der Nachspielzeit am 2. Spieltag gegen den SV Sandhausen hat Yassin Ben Balla beim SV Darmstadt 98 bereits mehr erreicht als beim FC Ingolstadt. Dort hatte den defensiven Mittelfeldspieler in der vergangenen Saison eine in der Vorbereitung erlittene Sehnenverletzung so weit zurückgeworfen, dass er ohne eine einzige Einsatzminute blieb. „Trotzdem habe ich viel über mich und den Umgang mit so einer Verletzung gelernt“, sagt der 26 Jahre alte Franzose. „Deswegen kann ich auch Positives aus dieser Zeit ziehen.“

Ben Balla empfahl sich als Gastspieler für eine Engagement bei den Lilien. Torsten Lieberknecht kennt er noch aus der gemeinsamen Zeit in Duisburg, wo Ben Balla unter dem Coach Stammspieler war. „Mit Torsten hatte ich eine sehr schöne Zeit”, sagt der Spieler. Auch danach sei man in Kontakt geblieben. „Heute freue ich mich, wieder mit ihm zu arbeiten.”

Bereits vor der Verpflichtung hatte sich Lieberknecht als Fan des Spielers geoutet. Ben Balla sei „eine Laufmaschine“, er sei team- und leidensfähig. „Das ist ein Part, den jede Mannschaft gut gebrauchen könnte.” Am liebsten spielt Ben Balla auf der Sechs. „Ich kann da viel laufen, in die Zweikämpfe kommen und Löcher schließen”, erklärt er. Zunächst gehe es für ihn aber darum, gesund zu bleiben, jede Minute auf dem Platz zu genießen und dort Spaß zu haben.

Alexander Brunst

Vom dänischen Erstliga-Absteiger Vejle BK kam Torhüter Alexander Brunst zum SV Darmstadt 98. Der Wechsel ergab sich, nachdem sich der bisherige Lilien-Ersatzkeeper Morten Behrens zum Drittligisten SV Waldhof Mannheim hatte ausleihen lassen. „Nach dem Abstieg mit Vejle konnte ich den Verein bei einem Wechsel ins Ausland ablösefrei verlassen“, sagt der 27 Jahre alte Brunst. „Darmstadt ist ein geiler Verein und eine große Chance.“

Kontakte gibt es schon länger – vor allem über Torwarttrainer Dimo Wache, der Brunst bereits in der Jugend des Hamburger SV mehrfach beobachtet hatte. „Er ist der gleiche Typ wie ich: Harte Arbeit schlägt das Talent“, sagt der Keeper. „Mir wurde nie etwas geschenkt – egal, ob beim HSV, in Wolfsburg, in Magdeburg oder bei Vejle: Ich bin immer auf meine Einsätze gekommen, weil ich auch nach Rückschlägen drangeblieben bin.“ Was er an Wache besonders schätze: „Er spricht die Dinge klar an. Da wird nicht rumgeeiert. Das habe ich auch schon anders erlebt.“

Auch wenn Marcel Schuhen derzeit die unangefochtene Nummer eins im Tor ist – Brunst ist nicht zu den Lilien gekommen, um sich nur auf die Bank zu setzen. „Jeder Torwart sollte das Ziel haben, spielen zu wollen“, sagt er. Er werde Gas geben und Druck ausüben, seinen Konkurrenten aber zugleich unterstützen. „Doch natürlich bin ich auch mit dem klaren Ziel gekommen, dass ich irgendwann mal im Tor stehe – je früher, desto besser.“