Inspiration

Zuhause sterben

Elisabethenstift. Foto: AGAPLESION Elisabethenstift

Hilfe von der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung

Zuhause zu sterben, das ist ein Wunsch, den viele Menschen haben, wenn ihr Leben zu Ende geht. Aber kann er erfüllt werden?
Insbesondere Angehörige stehen bei diesem Thema vor großen Herausforderungen.

Hilfe gibt es beispielsweise von besonders qualifizierten Pflegediensten. Damit der Wunsch,
am Lebensende in der gewohnten Umgebung bleiben zu können, auch Menschen erfüllt werden kann, die einer besonders aufwendige Behandlung und Betreuung bedürfen, gibt es seit 2007 die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV). Sie ist eine Ergänzung zur allgemeinen ambulanten Palliativversorgung. Ein SAPV-Team gibt es auch am AGAPLESION Elisabethenstift. „Die meisten der Sterbenden brauchen uns nicht. Wir betreuen Menschen, die beispielsweise eine komplexe Schmerzsymptomatik, komplizierte Wunden, starke Luftnot oder viel Angst haben“, erklärt Hanka Petereit, Teamleiterin des SAPV-Teams, zu dem sieben Pflegefachkräfte und sechs Ärztinnen und Ärzte gehören –alle haben eine entsprechende Zusatzausbildung und langjährige Erfahrung in der Betreuung von Schwerstkranken und Sterbenden. Denn das SAPV-Team feiert im Oktober sein zehnjähriges Bestehen.

Das Team ist für die betreuten Menschen, ihre Angehörigen und andere begleitende Personen wie z.B. Hausarzt, Pflegedienst und Hospizdienst rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche erreichbar und kommt bei Bedarf auch schnell bei den Patienten vorbei. „Wir sind meistens zu zweit unterwegs, eine Pflegefachkraft und eine Ärztin“, erklärt Hanka Petereit weiter. Regelmäßig werden in multiprofessionellen Teamsitzungen das Befinden und der bisherige Verlauf besprochen, es wird gemeinsam nach der bestmöglichen Betreuung und Unterstützung der Patienten und ihrer Angehörigen gesucht. Das Wissen und die Erfahrung rund um die Palliativversorgung sind am AGAPLESION Elisabethenstift groß, denn am Standort gibt es zudem ein Hospiz und eine Palliativstation.

Ob ein Patient ein Fall für die SAPV ist, entscheidet der Hausarzt beziehungsweise ein Klinikarzt. „Ohne diese Verordnung können wir nicht tätig werden, denn Patienten oder Angehörige können uns nicht direkt anfordern.“ Nimmt das SAPV-Team einen neuen Patienten auf, erfolgt ein ausführliches Aufnahmegespräch, um die aktuellen Probleme und auch speziellen Wünsche des Patienten zu erfahren und gemeinsam den besten Weg für ein Verbleiben zu Hause zu suchen. „Häufig ist es so, dass die Familie Unterstützung braucht. Wir helfen auch dabei, Hilfsmittel oder andere Unterstützung zu organisieren.“ Durchschnittlich elf Tage betreut das Team einen Patienten, falls notwendig, auch mehrmals am Tag. „Ziel unserer Behandlung ist es, dass der Patient auch bei Krisen nicht in ein Krankenhaus muss. Dafür sind wir speziell ausgebildet und können im Notfall telefonisch oder vor Ort helfen.“ Um eine nicht gewünschte Krankenhauseinweisung zu vermeiden, müssen auch alle entsprechenden Medikamente vorrätig sein, auch darum kümmern sie sich und leiten Angehörige oder Pflegekräfte in den Einrichtungen an, was im Ernstfall zu tun ist. „Oftmals hilft es, sowohl Patienten als auch Angehörigen, einfach zu wissen, dass es jemand gibt, den sie anrufen können, der sie kennt und der dann kommt“, weiß Hanka Petereit aus Erfahrung.

„Immer weniger Menschen haben Erfahrung im Umgang mit Sterbenden. Da sind Angehörige schnell überfordert.“ Manchmal passiert es dem Team, dass ihnen Menschen begegnen, die denken, dass das, was sie machen, aktive Sterbehilfe sei. „Das ist völliger Quatsch. Aber wir verhindern das Sterben nicht, wenn das Leben zu Ende geht.“

Weitere Informationen zu dem SAPV-Team des AGAPLESION Elisabethenstift
gibt es unter der Telefonnummer 0 61 51 - 403 2222