Inspiration

Ziemlich beste Passwörter

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
ich lade Sie herzlich ein, mit mir Darmstadts digitale Seite zu entdecken und besser zu verstehen, was zwischen Bits & Bytes in unserer Heimatstadt so alles passiert. Als Informatikprofessorin, Wissenskabarettistin und Digital-optimistin sehe ich vor allem die Chancen der Digitalisierung, habe aber eventuelle Risiken und Nebenwirkungen immer fest im Blick. Übrigens erkläre ich das eine oder andere Digitale auch in Wort und Ton. Wenn Sie mögen, dann schauen Sie doch auch mal hier vorbei:
www.digitaloptimismus.de

… und was Marianne Rosenberg damit zu tun hat

Dass unser Agieren im Internet bisweilen auch Gefahren und Risiken mit sich bringt, hat sich (hoffentlich) herumgesprochen. Gegen manche sind wir machtlos. Anderen wiederum können wir mit recht einfachen Mitteln Paroli bieten: z.B. mit guten Passwörtern, die unsere digitalen „Tresore“ einigermaßen sicher verschließen.

Sie werden es kaum glauben, aber tatsächlich war „123456“ im Jahr 2017 der Deutschen beliebtestes Passwort. Und um noch einen draufzusetzen: auf dem zweiten Platz rangierte „123456789“ und auf dem dritten „1234“. Es gehört nun wahrlich kein Abschluss in Informatik dazu, um die Sicherheit derlei geschützter Online-Konten & Co. als eher nur so mittelgut einzustufen. Auf jeden Fall wird das keinen Internet-Kriminellen ernsthaft davon abhalten, in den sozialen Medien persönliche Daten abzugreifen oder gar Ihre Kreditkartendaten „anderweitig einzusetzen“.

Und täglich grüßt das Murmel… äh: Passwort

Zugegeben. Das mit den Passwörtern ist manchmal schon echt nervig. Ständig sollen wir uns ein neues ausdenken: für Online-Shops, Lernplattformen, soziale Netzwerke usw. Sich auf Dauer all diese Passwörter zu merken, kann auch für trainierte Köpfe zur echten Herausforderung werden. Denn natürlich sollte man nicht überall dasselbe verwenden. Und dann am besten auch noch ein möglichst kompliziertes. Da ist es verständlich, wenn sich der eine oder die andere dafür entscheidet, möglichst einfache und damit gut zu behaltende Zeichenfolgen zu verwenden. Aber je leichter zu merken, desto leichter zu knacken. Und damit haben Cyberkriminelle leichtes Spiel. Dabei können wir selbst etwas tun, um es Angreifern schwerer zu machen an unsere Daten heranzukommen. Selbstverantwortung sollte nämlich beileibe kein analoges Prinzip sein!

Sichere Passwörter

Es gibt Anwendungen auf unseren Computern, die uns bei Bedarf sichere Passwörter vorschlagen, verwalten und automatisch eintragen, wenn wir sie brauchen. Das ist auch gut so, denn i.d.R. sind diese Zeichenfolgen so kompliziert, dass sie sich ohnehin kaum einer merken kann. Es geht aber auch „handgemacht“. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) hat einige sehr gute Hinweise herausgegeben, wie ein sicheres Passwort aufgebaut sein sollte:

  • mindestens acht Buchstaben (gerne auch mehr),
  • Groß- und Kleinbuchstaben sowie Zahlen und Sonderzeichen abwechseln,
  • nichts Persönliches wie etwa Vornamen oder Geburtsdatum,
  • keine Wörter, die im Duden oder in anderen Wörterbüchern nachgeschlagen werden könnten,
  • keine naheliegenden Zeichenkombinationen wie 123456 oder QWERTZ (= Zeichenfolge auf der Tastatur).

Kreative Brücken bauen

Mit diesen Regeln im Hinterkopf basteln wir uns nun ein sicheres Passwort. Sie benötigen dazu etwas, das Ihnen total präsent ist wie etwa das Lied, auf das sie zum ersten Mal mit ihrem Schatz getanzt haben. Nehmen wir doch einfach mal eine Textzeile von Marianne Rosenberg: „[…] wie mein Name an der Tür.“ Jetzt packen Sie alle Anfangsbuchstaben hintereinander und erhalten eine erste Vorversion ihres neuen Passworts: „wmNadT“. Laut BSI sollen wir aber auch noch Zahlen und Sonderzeichen einfügen. Welche Zahl hat eine Bedeutung für Sie? Kam 2016 Ihr Hamster auf die Welt? Dann fügen Sie z.B. die „20“ nach dem ersten und die „16“ vor dem letzten Buchstaben ein und erhalten:

„w20mNad16T“. Nun fehlt nur noch ein Sonderzeichen. Und weil das „a“ ein wenig wie das „@“ aussieht, ersetzen wir es einfach damit. Voilà, unser ziemlich bestes Passwort ist fertig: „w20mN@d16T“.

Und ich hab‘ einen Ohrwurm!