Inspiration

Was am Ende zählt

Nach dem plötzlichen Tod seiner Frau ändert sich für Gene alles: Viele Jahrzehnte war er mit Maida verheiratet, nun steht er mit Ende Sechzig alleine da. Die Trauer, der Schock, die Erinnerungen – all das überwältigt ihn. Aber vor allem beschäftigt ihn die Frage, ob seine Frau überhaupt glücklich war mit ihm.

Katharine Dion ist noch jung, in ihrem ersten Roman wagt sie sich aber an sehr reife Themen. Es geht um Tod, Liebe, Freundschaft und letztlich um die Frage, was Glück eigentlich ist. Nichts hatte Gene darauf vorbereitet, wie es sich anfühlen würde, wenn Maida nicht mehr da ist. Sie starb unerwartet nach einer Routineoperation, der unfassbare Verlust verstört Gene. Aber vor allem treibt ihn die Frage um, ob sie glücklich war mit ihrer Ehe. Als er für eine Gedenkfeier eine Trauerrede verfasst, gerät er ins Nachdenken. Wer war seine Frau eigentlich, wie ging es ihr im gemeinsamen Leben? Mit Tochter Darry, zu der er ein schwieriges Verhältnis hat, versucht er vergeblich, darüber zu reden. Bescheiden aber gut war ihr gemeinsames Leben, mit Gayle und Ed, mit denen sie seit Studienzeiten eng befreundet waren, verbrachten sie Urlaube, ihre Kinder wurden gemeinsam groß. Aber war es wirklich gut, so wie es war? Gene kommen Zweifel. Er erinnert sich an die Anfänge ihrer Beziehung, an untreue Momente und vermeintlich glückliche Zeiten. Getrieben von der Angst vor Einsamkeit und davor, im Leben etwas verpasst zu haben, stellt Gene vieles infrage. Dion macht daraus eine leise, unaufgeregte Geschichte. Unsentimental und lebensklug schildert sie, wie Gene auf sein (Ehe)Leben zurückblickt und begreift, was am Ende wirklich zählt.

Katharine Dion | Die Angehörigen | Dumont | 22 Euro