Inspiration

Schwung für den Sommer?

Gegner-Vorstellung Mai 2019

In den letzten drei Partien der Spielzeit geht es für die Lilien tabellarisch nur noch um Platzierungen Mittelfeld. Im Hinblick auf die Stimmungslage und den Start der neuen Saison wäre es jedoch wichtig, die guten Ergebnisse und Eindrücke der vergangenen Wochen auch im Endspurt zu bestätigen.

Zumindest indirekt in den Aufstiegskampf eingreifen können die Lilien am 32. Spieltag beim Heimspiel gegen Union Berlin (So. 5.5., 13.30 Uhr). Die Eisernen schienen zeitweise schon auf dem besten Weg, zumindest den dritten und damit den Aufstiegs-Relegationsplatz zu erreichen, büßten durch eine längere Sieglosserie aber den Vorsprung ein und müssen in den vergangenen Wochen der Saison dringend punkten, um sich in der dicht besiedelten Spitzengruppe behaupten zu können. Ein Erfolgsgarant könnte dabei der jüngst wiedergenesene und sein Potential immer wieder andeutende Angreifer Sebastian Polter werden. Dass die Spielzeit über weite Strecken erfolgreich verlief, haben die Hauptstädter in erster Linie einer stabilen Defensive, die die wenigsten Gegentreffer der Liga hinnehmen musste, und der Heimstärke zu verdanken. Letztere bekam beim 3:1-Hinspielerfolg in Berlin auch der damals nahezu chancenlose SV 98 zu spüren. In der Auswärtstabelle stehen die Unioner dagegen nur im Mittelfeld der Tabelle und blieben bei den letzten drei Gastspielen sieglos. Auch wenn die Lilien den Sieg nicht ganz so dringen bräuchten wie die um den Aufstieg spielenden Gäste, ist ein Auswärtssieg eher nicht zu erwarten. Und da kein Team häufiger unentschieden spielte als Union, ist dieser Spielausgang auch bei der Partie am Böllenfalltor am wahrscheinlichsten.

Eine Woche später steht in Ingolstadt bereits das vorletzte Spiel der Saison auf dem Programm (So., 12.5., 15.30 Uhr). Traditionell werden an den letzten beiden Spieltagen alle Partien zeitgleich ausgetragen, um mögliche Wettbewerbsverzerrungen zu verhindern. Einen genauen Blick auf die anderen Spiele wird dabei der Gegner der Lilien werfen müssen. Der FC Ingolstadt befindet sich seit Saisonbeginn im tiefsten Abstiegskampf, stand nach der Hinrunde mit zehn Punkten auf dem letzten Tabellenplatz und war nach der Heimniederlage gegen Sandhausen vor einem Monat scheinbar schon abgeschlagen auf dem sicheren Weg in die dritte Liga. Mit einer kleinen Serie von ungeschlagenen Spielen stellten die Oberbayern den Anschluss an das rettende Ufer aber wieder her. Auf den letzten Drücker scheinen Spieler wie Lezcano, Kittel oder Kutschke, die alle schon in der Bundesliga aktiv waren, ihre Normalform gefunden zu haben. Der nicht mehr für möglich gehaltene Klassenerhalt wäre für den FCI zwar eine große Erleichterung, würde aber nur kurzzeitig über die erschreckend schwache Saison der vor der Spielzeit als Aufstiegskandidat gehandelten Schanzer hinwegtäuschen. Die Ingolstädter gehören zu den schwächsten Heimteams der Liga, haben angesichts zweier schwerer Auswärtsspiele gegen Aufstiegskandidaten die Punkte aus den Heimspielen jedoch umso nötiger. Da aktuell noch nicht abzusehen ist, wie sich die Tabelle vor dem 33. Spieltag darstellt und ob die Ingolstädter mit dem Druck, gewinnen zu müssen, umgehen können, ist die einzige recht sichere Prognose, dass sich die beiden Kontrahenten wie in den Jahren zuvor wieder einen harten Kampf liefern werden.

Wie in der vergangenen Saison empfängt der SV Darmstadt am letzten Spieltag Erzgebirge Aue am heimischen Böllenfalltor (So., 19.5., 15.30 Uhr). Eine Neuauflage in Sachen Dramaturgie und Spannung wird es dabei zumindest aus Darmstädter Sicht nicht geben. War letztes Jahr bis kurz vor Schluss sogar der direkte Abstieg möglich, können die Lilien diesmal mehr oder weniger entspannt den letzten Auftritt in einer größtenteils wie erhofft sorgenfreien Saison genießen. Je nach Verlauf der kommenden Spieltage könnten auch die Erzgebirgler nach dem bitteren aber letztlich souverän gemeisterten Gang in die Relegation im letzten Sommer diesmal am 34. Spieltag schon den Klassenerhalt perfekt gemacht haben. Schaut man auf die Auftritte der letzten Wochen, dürften sich die Sachsen dabei aber noch nicht zu sicher sein, gehören sie doch zu den formschwächsten Teams der Liga. Insgesamt profitieren die Auer eher davon, dass noch einige Teams eine deutlich schlechtere Saison spielen als sie selbst. Lediglich den Treffern von Top-Torjäger Pascal Testroet ist es wohl zu verdanken, dass man noch immer ein Punktepolster auf die Abstiegsränge besitzt. Auch hier werden erst die nächsten Wochen entscheiden, mit welcher Ausgangsposition die Auer ans Böllenfalltor reisen. Blickt man allein auf die Qualität der Einzelspieler und die aktuelle Verfassung, sollten die Lilien gute Chancen besitzen, die zweite Saison in Folge mit einem Heimerfolg gegen Aue abzuschließen.

Euer Phil