Inspiration

Sandro bleibt seiner zweiten Heimat treu

Foto: Herbert Krämer

Im Interview mit VORHANG AUF-Autorin Selina Eckstein verrät Sandro Sirigu nicht nur seine Lieblingsplätze in Darmstadt, an denen er häufiger anzutreffen ist, sondern auch mit wem er gerne in der kommenden Saison bei den Lilien in einem Team spielen würde.

Selina Eckstein (SE): Sandro, seit der dritten Liga stehst du nun bei Darmstadt 98 unter Vertrag und hast nun vorzeitig um ein Jahr verlängert. Was waren deine Beweggründe dafür?

Sandro Sirigu (SS): Ich habe gute Gespräche, unter anderem mit Torsten Frings, geführt. Darmstadt ist in den letzten drei Jahren zu meiner zweiten Heimat geworden. Ich fühle mich hier pudelwohl und verstehe mich mit allen super. Nach den vier schönsten Jahren in meiner Karriere, war es für mich ein einfacher Schritt zu sagen, ich hänge da noch zwei Jahre dran.

SE: War die vorzeitige Vertragsverlängerung schon vorher ein Thema für dich?

SS: In den letzten Monaten habe ich nicht wirklich darüber nachgedacht, weil mein Vertrag ja ohnehin noch ein Jahr gelaufen wäre. Aber durch die Gespräche ist das Thema natürlich aufgekommen. Lange überlegen musste ich dann nicht.

SE: Hast du mit jemandem über deine Entscheidung gesprochen?

SS: Ja natürlich. Man bespricht sich mit der Familie und der Freundin, aber auch mit dem Berater. Doch im Endeffekt war es jedem klar, dass ich verlängere.

SE: Wird in der Mannschaft über Verträge und Vertragsverlängerungen gesprochen?

SS: Über Verträge und Geld spricht man nicht. Man versucht eher nachzuhaken, ob jemand verlängert oder nicht. Aber eine klare Antwort bekommt man selten. Man tappt meistens im Dunkeln, wenn man versucht etwas herauszufinden und eigentlich bringt es auch nichts nachzufragen, schließlich ist das Fußballgeschäft sehr schnelllebig und es kann morgen schon ein anderes Angebot vorliegen. Trotzdem bohrt man natürlich nach, weil man wissen möchte, ob derjenige nächste Saison noch mit einem zusammen spielt (grinst).

SE: Man spürt, dass du dich hier in Darmstadt sehr wohl fühlst. Wohin zieht es dich in der Innenstadt, wenn du mal Freizeit hast?

SS: Mit der Zeit bekommt man natürlich mit, wo hier die schönen Ecken sind. Aber ich bin auch immer noch auf der Suche nach neuen Orten. Außerdem freue ich mich, dass sich in meinen vier Jahren hier auch Freundschaften außerhalb des Fußballs gebildet haben. Das hat alles dazu beigetragen, dass ich mich hier wohl fühle und verlängert habe.

SE: Bleibt neben dem Training überhaupt Zeit neue Leute kennen zu lernen?

SS: Selbstverständlich. In meiner Anfangszeit habe ich viel unternommen, war häufig unterwegs. Ich habe mich umgesehen, was hier angeboten wird, und die Innenstadt erkundet. Da bin ich automatisch mit anderen Leuten in Kontakt gekommen, was auch daran liegt, dass ich offen bin und gerne ein Gespräch anfange, wie zum Beispiel im Rathskeller bei einem Cappuccino. Darum war es für mich nicht schwer Freunde zu finden, die nichts mit Fußball zu tun haben.

SE: Wo sind denn für dich die schönen Ecken in Darmstadt?

SS: Allen voran das Böllenfalltor (grinst). Dort halte ich mich am meisten auf, es gefällt mir sehr gut. Die Mathildenhöhe, die Orangerie und die Sternwarte finde ich ebenfalls sehr schön, wie auch den Herrngarten im Sommer. Vor zwei Jahren, als Hanno (Hanno Behrens, ehemaliger Spieler des SV 98, Anm. d. Red.) noch hier war, waren wir oft dort. Wir hatten immer einen kleinen Einweggrill dabei und haben mit anderen gemeinsam Frisbee gespielt.

SE: Und wohin gehst du gerne essen?

SS: Mein Lieblingsrestaurant ist das Vivarium. Da gehe ich sehr gerne und oft hin, auch mit der Mannschaft in der Mittagspause, weil es sehr lecker ist und nah am Stadion.

SE: Seit knapp vier Jahren wohnst du nun schon in Darmstadt und hast mit Sicherheit die Diskussionen rund um das Stadion mitbekommen. Wie ist deine Meinung dazu?

SS: Ich habe mich am Anfang sehr intensiv damit befasst, als es öffentlich wurde. Doch irgendwann habe ich den Überblick verloren, weil jeden Monat ein anderer Standpunkt dazu gekommen ist. Deshalb verfolge ich es nicht mehr so sehr. Das Stadion ist schön und traditionell, nur braucht man, wie auch schon unser Präsident gesagt hat, ein neues Stadion, wenn man im modernen Fußball auf Dauer konkurrenzfähig sein möchte.

SE: Bleiben wir in der Zukunft: Was erhoffst du dir von der kommenden Saison für dich persönlich?

SS: Ich erhoffe mir, dass es auf dem Weg weiter geht und ich regelmäßig spiele, um mich weiter zu verbessern. Und ich hoffe, dass wir eine gute Rolle spielen. Das schulden wir auch unseren Fans, die uns in dieser nicht einfachen Saison immer großartig unterstützt haben.

SE: Und was wünschst du dir für die verbleibenden Partien?

SS: Ich hoffe, dass wir so viele Punkte wie noch möglich holen. Wir wollen grundsätzlich jedes Spiel gewinnen und die verbleibenden Bundesligapartien genießen. Jede Sekunde auf dem Platz zu stehen ist super und es bereitet große Freude, sich mit den besten Spielern messen zu dürfen.

SE: Abschließend würde ich gerne wissen, mit welchem Spieler du in der kommenden Saison zusammen spielen möchtest? Wer sollte noch verpflichtet werden?

SS: Wenn ich mir jemanden wünschen dürfte: Hanno Behrens. Mit ihm habe ich mich sehr gut verstanden und würde mir wünschen, dass er zurückkommt.

SE: Vielen Dank für das Interview, Sandro, und für die Zukunft alles Gute.