Inspiration

Rückenfit: Bewegung gegen den Schmerz

„Ich hab Rücken“, etwa jeder dritte Deutsche kann davon ein Lied singen. In manchen Fällen haben die Schmerzen eine organische Ursache. Oft steckt aber auch Stress dahinter.

Fühlen wir uns angespannt, schüttet der Körper Adrenalin aus und macht die Muskeln startklar – zur Flucht oder zum Kampf. In Urzeiten war das fürs Überleben nötig, heute kann unser evolutionäres Erbe zur Last werden.

Denn Dauerstress führt zu ständiger Verspannung der Muskulatur. Dadurch verschlechtert sich die Durchblutung. Das kann dazu beitragen, dass sich Bandscheiben, Knochen und Gelenke vorzeitig abnutzen oder die Nerven empfindlicher werden.

Anhaltende Schmerzen oder Taubheitsgefühle müssen immer ärztlich abgeklärt werden. Wer aber unter wiederkehrenden Rückenschmerzen leidet, bei denen keine körperliche Ursache feststellbar ist, sollte seine Einstellung hinterfragen. Niedergeschlagenheit, Pessimismus oder Traurigkeit können schon ausreichen, um zur Rückenlast zu werden.
Oft helfen Entspannung und vor allem Bewegung. Regelmäßig ist körperliche Aktivität überhaupt ein gutes Gegenmittel: Verspannungen lösen sich, Muskeln werden gestärkt. Dabei ist Krafttraining effektiver als Ausdauertraining. Wichtig ist, dass man die Bewegung findet, die zu einem passt.

Diese Trainingsangebote versprechen positive Effekte:

Faszientraining
Faszien sind Bindegewebsfasern, die Muskeln umhüllen und durchziehen. Ihnen werden stützende, stabilisierende und zusammenhaltende Eigenschaften zugeschrieben. Werden die Faszien nicht ausreichend durch Bewegung gefordert, verlieren sie Elastizität und Dehnfähigkeit und können „verkleben“.
Durch gezielte Übungen mit speziellen Rollen sollen sich verdrehte oder verklebte Fasern lösen.

Sling-Training
Hier wird nur mit dem Eigengewicht trainiert, als Hilfsgerät wird eine Art Seil- und Schlingensystem benutzt, in das man sich einhängt. Das Stabilisierungstraining beansprucht besonders die Bauch- und Rumpfmuskulatur – beide stärken den Rücken.

EMS
EMS steht für elektrische Muskelstimulation: Sanfte Stromimpulse kontrahieren Muskeln über eine Funktionsweste mit Elektroden, während man unter Anleitung spezielle Übungen ausführt. 20 Minuten wöchentlich sollen effektiv die Leistungsfähigkeit der Muskeln erhöhen und Rückenschmerzen bessern.  Allerdings ist diese Methode nicht für jeden geeignet, hier sollte man sich in jedem Fall beraten lassen.

Drei Informationen zu RückenschmerzenDrei Tipps für einen starken Rücken
chililippen
Nicht jeder Bandscheibenvorfall tut weh:Die ganz normale Verschleißerscheinung der Wirbelsäule ist bei fast jedem über 30 Jahre nachweisbar. Ein Bandscheibenvorfall verursacht aber nicht automatisch Schmerzen, es kommt darauf an, wo er passiert.
Dem Schmerz aus dem Weg gehen?Wer Bewegung vermeidet, unterdrückt zwar den Schmerz, hält ihn aber bei Laune. Denn wenn der Körper ruhiggestellt wird, können sich Schmerzen regelrecht einnisten.
Die Psyche mischt mit: Wer ständig an den Schmerz denkt, konzentriert sich darauf und verkrampft zusätzlich. Auch wer selbst bei großen Beschwerden durchhält, verstärkt die Schmerzen. Wichtig ist in jedem Fall: locker lassen.
Richtig sitzen:Im Büro, am Tisch, im Kino – überall wo Sie sich niederlassen, könnten Sie falsch sitzen, etwa, wenn Sie versuchen, es möglichst gerade zu tun. Lümmeln ist rückenschonender.
Richtig liegen: Beim Kopfkissen sollten Sie unbedingt tief stapeln. Ist es zu hart oder zu hoch, knickt der Kopf beim Schlafen ab. Das führt zu Nackenverspannungen. Ideal: Das Kissen füllt den Bereich zwischen Matratze, Nacken und Schultern.
Richtig turnen: Gute Schmerzvorbeugung bieten einfache Kräftigungsübungen für die Rückenmuskulatur. Aber wer nach Gefühl loslegt, kann sich Zerrungen einhandeln. Besser am Anfang unter Anleitung trainieren.