Inspiration

Roboterjournalismus

Roboterjournalismus ist das automatische Herstellen von Texten ohne Zutun eines Redakteurs, indem ein Computer anhand von vorher festgelegten Parametern auf der Basis von eingegeben Daten bzw. Informationen aus dem Internet, Textmeldungen produziert.

Einerseits ist Roboterjournalismus zum Synonym für innovative Medienentwicklung geworden. Andererseits wird Roboterjournalismus kritisch gesehen im Zusammenhang mit Fake News und dem Einsatz von Social Botes.

Computergenerierte Meldungen sind nicht mit journalistischer Tätigkeit vergleichbar. Ein Computer kann nicht selbstständig erkennen, wann gemäß den Pressegesetzen eine Nachricht von öffentlichem Interesse ist und wann nicht, und er kann auch nicht die Journalisten obliegenden Sorgfaltspflichten ausüben. Damit ist insbesondere gemeint, den Wahrheitsgehalt einer Nachricht zu überprüfen oder den Schutz der Privatsphäre einzuhalten.

Soweit aber die Verantwortung für die Textauswahl in der Hand von Redakteuren liegt, kann die bloße Textgenerierung durch Journalismusroboter die redaktionelle Arbeit unterstützen.

Nicht der Fall ist dies bei Social Bots.

Social Bots sind automatisierte Programme, die überwiegend in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter zum Einsatz kommen. Sie haben dabei die Funktion, in bestimmten eingestellten Zeitabständen Inhalte auf oder für die jeweilige Seite zu veröffentlichen. Zudem können sich diese Social Bots so programmieren lassen, dass sie als ChatBot fungieren und so mit den Nutzern interaktiv kommunizieren können. Es ist nicht leicht, zwischen einem echten Chat-Partner und einem Social Bot zu unterscheiden.

Allerdings sind Social Bots auf sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter gemäß deren AGB nicht erlaubt.

Jedoch findet in den sozialen Netzwerken die Darstellung, was richtig und was falsch ist, beziehungsweise was schlecht und was gut ist, häufig per Social Bots statt. Der Gedanke dahinter ist: Je häufiger bestimmte Meinungen, Vermutungen und Beschimpfungen wiederholt werden, umso selbstverständlicher und echter wirken sie. So sind etwa auf manchen Shopping-Seiten Social Bots aktiv, um nicht zutreffende Beschreibungen zu erstellen. So kann ein eher schlechtes Produkt zu einem guten werden und ein gutes zu einem weniger guten.

Dem hält das Bundesverfassungsgericht entgegen, dass eine freie, nicht von der öffentlichen Gewalt gelenkte, keiner Zensur unterworfene Presse ein Wesenselement der Demokratie ist. Daraus folgt, dass Journalismusroboter lediglich Hilfsmittel für die tatsächliche journalistische Arbeit sein dürfen.
Auch kann nur durch menschliches Schaffen Urheberrechtsschutz entstehen. Tritt an die Stelle des Menschen ein Computer, entsteht kein urheberrechtliches Werk.

Fazit:

Bezüglich Social Bots sowie Texten von Journalismusrobotern sollte eine gesetzliche Pflicht zur Kennzeichnung der Herkunft und Herstellungsart des Textes eingeführt werden, um einerseits eine Irreführung der Nutzer zu vermeiden und andererseits journalistisch–redaktionell Texte von durch Computer generierten Texten unterscheiden zu können.