Inspiration

Premieren im September im Staatstheater Darmstadt

Sa. 2.9. | Moby Dick

Besessen davon, den weißen Wal zu töten, der ihm ein Bein abriss, folgt Kapitän Ahab dem ungeheuren Moby Dick über die Weltmeere. Der junge Ismael heuert bei ihm an und wird hineingerissen in den Kampf mit dem vermeintlich Bösen. Mit der Mannschaft erlebt er Abenteuer, begegnet menschlicher Hybris, Einsamkeit und Wut über das Schicksal. Unbändige Willenskraft, trifft auf Natur in all ihrer Kraft, Größe, Weite und Tiefe. – Vor der Entdeckung des Erdöls war Wal-Tran Schmierstoff der Industrialisierung. Mit ihm wurden ganze Städte beleuchtet; das Festland gierte nach dem flüssigen Gold. So nahmen Walfänger die riskante, lange Fahrt in unbekannte Gewässer auf sich. Ihr Segelschiff wurde schwimmende Fabrik und Heimat für dutzende Männer. Inspiriert von wahren Geschichten, der Bibel und Shakespeare schuf Melville sein zeitloses, Genre-sprengendes Meisterwerk.

18 Uhr | Kammerspiele | ab 10,50 Euro | weitere Vorstellungen am 15.9.

Fr. 8.9. | L‘Orfeo

Favola in Musica in einem Prolog und fünf Akten von Claudio Monteverdi
Den Tod überwinden, um der Liebe willen, so der tollkühne Plan, mit dem der junge Orpheus hinabsteigt in die Unterwelt. Seine verstorbene Braut Eurydike will er den Fängen des mächtigen Gottes Pluto entreißen. Nichts scheint ihn aufhalten zu können. Kurz vor dem Ziel jedoch muss er feststellen, dass es mehr braucht als Mut, dass er mehr überwinden muss als die Wächter der Höllenpforten, um mit der Geliebten vereint zu sein. Wird er die ultimative Prüfung bestehen? Monteverdis Favola in Musica, oftmals beinahe mystisch verklärt als erste Oper überhaupt, nimmt das Publikum mit auf eine eindrucksvolle Reise in die Unterwelt, bei der es um nicht mehr und nicht weniger geht als Leben und Tod.

19.30 Uhr | Kammerspiele | Eintritt ab 15 Euro | weitere Vorstellungen am 12.9. und 29.9.

So. 9.9. | Saint François d‘Assise

Was ist Demut? Es ist nicht die Ehrfurcht vor Gott, sondern die Begegnung mit einem Leprakranken, seinem Schmerz, seiner Angst und seinem Zerfall, die für Franziskus zur Erkenntnis führt, dass Demut auch viel mit Liebe zu tun hat – und mit der Überwindung des eigenen Selbst. Saint François d’Assise ist die einzige Oper, die Komponist Olivier Messiaen je geschrieben hat, ein Spätwerk, das seines Gleichen sucht. Wie die Figuren im Stück lernen, auf Gott zu vertrauen, so muss hier der Dirigent auf seine Musiker vertrauen – das berühmte Vogelkonzert allein besteht aus so vielen Melodien, dass er gar nicht anders kann, als das Orchester einfach spielen zu lassen.

16 Uhr | Großes Haus | Eintritt ab 12,50 Euro | weitere Vorstellungen am 23.9.

Fr. 14.9. | Das weiße Band (UA)

„Das weiße Band“, 2009 mit der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet, ist eines der Meisterwerke europäischer Filmkunst. Der als „Eine deutsche Kindergeschichte“ untertitelte Film erzählt von einer verstörenden Gewaltserie in einem kleinen protestantischen Dorf in Norddeutschland am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Die seltsamen Unfälle im Dorf nehmen nach und nach den Charakter ritueller Bestrafungen an und die Frage nach dem wer und warum stellt schließlich die gesamte Gemeinde infrage. „Das Weiße Band“ wird erstmals für die Bühne bearbeitet. Regisseur Christoph Frick adaptiert zusammen mit dem Kinderchor des Staatstheaters und dem Ensemble des Schauspiels diese große Geschichte über eine Gesellschaft, die mit unnachgiebiger Härte versucht, Werte an ihre Kinder weiterzugeben, und darin erschreckend scheitert.

19.30 Uhr | Kleines Haus | Eintritt ab 9 Euro | weitere Vorstellungen am 26.9.