Inspiration

Liebe am Ende

Weihnachten ist das Fest der Liebe!
Also liegt es nahe, sich mal wieder einen anständigen Liebesroman vorzunehmen. Schließlich fragen wir uns doch alle irgendwann mal, warum man sich eigentlich verliebt und wieso die leidenschaftlichen Gefühle nach ein paar Jahren mitunter spurlos verschwinden. Zwei neue Bücher erzählen davon: einmal vom furiosen Beginn einer überwältigenden Liebe und einmal vom Kampf ums Zusammenbleiben. Beide Romane kann man übrigens auch wunderbar unter den Baum legen…

Charlotte und Steve stehen am Ende ihrer Beziehung. Nachdem Steve seine Frau betrogen hatte, ist sie mit beiden Kindern ausgezogen. Aber die Ehepartner wollen nichts unversucht lassen und ziehen eine Paartherapeutin zurate. Kann sie die Scheidung verhindern?

Eigentlich ist es ein Kammerspiel, das hier aufgeführt wird. Denn die Handlung spielt sich einzig in den Praxisräumen von Sandy ab. Die erfahrene Paartherapeutin weiß, dass die Chancen, eine Ehe zu retten bei 1:1000 stehen. Doch bei Charlotte und Steve, die seit Wochen getrennt leben, spürt sie, dass nicht alles verloren ist. Deren Liebe ist zwischen Job und Familienalltag untergegangen, Groll auf beiden Seiten verstellt ihnen die Sicht, aber loslassen können sie sich doch nicht. Monatelang kommen Charlotte und Steve einmal in der Woche zur Therapiesitzung, um herauszufinden, was schiefgelaufen ist. Die Gespräche nähern sich immer mehr dem Kern ihrer Probleme und es wird deutlich, wie lange und verbissen beide um den heißen Brei herum geredet haben. Geschickt manövriert die Therapeutin das Paar in die Konfliktaufarbeitung und macht beiden bewusst, was sie wirklich empfinden. Ob sie am Ende wieder zusammenfinden oder sich endgültig trennen, wird hier nicht verraten. Nur so viel: Beim Lesen bekommt man tiefen Einblick in die Funktionsweise einer Paartherapie. Und das ist spannender als manch ein Thriller.

John Jay Osborn | Liebe ist die beste Therapie | Diogenes | 22 Euro