Inspiration

Liebe am Anfang

Weihnachten ist das Fest der Liebe!
Also liegt es nahe, sich mal wieder einen anständigen Liebesroman vorzunehmen. Schließlich fragen wir uns doch alle irgendwann mal, warum man sich eigentlich verliebt und wieso die leidenschaftlichen Gefühle nach ein paar Jahren mitunter spurlos verschwinden. Zwei neue Bücher erzählen davon: einmal vom furiosen Beginn einer überwältigenden Liebe und einmal vom Kampf ums Zusammenbleiben. Beide Romane kann man übrigens auch wunderbar unter den Baum legen…

Diese Geschichte rockt, sie brennt lichterloh, knistert vor Spannung und steckt voll tiefem Schmerz. Das Mädchen aus dem Slum und der Millionenerbe – selten wurde eine Lovestory mit solch faszinierender Intensität erzählt. Wer dieses Buch verpasst, bringt sich um einen literarischen Höhepunkt.

Slum-Zicke trifft Reichenschnösel, ach, wie oft haben wir davon gelesen oder Filme darüber gesehen. Neu ist nicht, was die amerikanische Autorin erzählt. Aber sie tut es unromantischer, gewaltiger. Elise, das ungeschliffene Mädchen mit puerto-ricanischen Wurzeln wächst in einer Sozialsiedlung auf, hat kaum Schulbildung, dafür schon etliche Erfahrungen mit Sex und Drogen. Dann haut sie ab aus dem Elend und strandet in New Haven, wo sie Jamey begegnet. Er ist Spross einer weltbekannten Bankiersfamilie, studiert in Yale und führt ein Luxusleben. Jamey und Elise, das passt zusammen wie Kaviar und Hafergrütze, das ist beiden klar. Doch aus der schnellen Nummer wird eine Liebesgeschichte und daraus eine Offenbarung. Elise erobert mit ihrer unverstellten Art Jameys Herz. So schmutzig ihre Vergangenheit sein mag, so rein ist ihre Liebe: Jameys Reichtum interessiert sie nicht, Elise liebt mit bedingungsloser Inbrunst. Jamey begreift das, seine Familie dagegen versucht, ihn mit allen Mitteln zur Vernunft zu bringen. Ob Geld stärker wiegt als Liebe, wird hier nicht verraten. Nur so viel: Am Ende der Lektüre ist man regelrecht geflashed.

Jardine Libaire | Uns gehört die Nacht | Diogenes | 16 Euro