Inspiration

Ich.muss.aufwachen.

Amber liegt im Koma und weiß, dass etwas Schreckliches passiert ist. Aber was? Dieses gruselige Setting ist Ausgangspunkt für den Debütroman der britischen Journalistin Alice Feeney. Und der ist ein solider Page-Turner.

Dezember 2016, Amber erwacht in einem Krankenhausbett. Sie kann hören, aber nicht reden oder sich bewegen. Unfähig, Kontakt zur Außenwelt aufzunehmen, muss Amber die Geschehnisse zusammenpuzzeln. Was passierte, bevor die Radio-Moderatorin mit dem Auto verunglückte? Hat ihre Kollegin, im Job Ambers ärgste Konkurrentin, etwas damit zu tun? Warum verhält sich ihr Ehemann seltsam? Hatte Amber eine Affäre? Und welche Rolle spielt ihre Stiefschwester Claire? Um Antworten zu finden, durchforstet Amber gedanklich die unmittelbare Vergangenheit, aber auch ihre Kindheit. Was zum Vorschein kommt, entpuppt sich als Fass ohne Boden – und wirft die Frage auf, welche Schuld Amber trägt, die offensichtlich nicht nur andere belügt. Feeney verwickelt ihre Leser in dieses undurchdringliche Geflecht aus sonderbaren Zusammenhängen und sorgt trotzdem dafür, dass man den Überblick behält. Resultat ist ein spannender und vor allem wegen seiner überraschenden Wendungen unterhaltsamer Psychothriller.

Alice Feeney: Manchmal lüge ich | Rowohlt, 12,99 Euro