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Hätten Sie´s gewusst?

Zehn Gesundheitsmythen unter der Lupe

Geh nicht raus mit Deinen nassen Haaren, nasch nicht so viel, davon kriegst Du Pickel, abends essen macht dick – sicher kennen auch Sie solche Gesundheitsweisheiten. Manchmal sind es tatsächlich kluge Ratschläge. Manchmal jedoch sind sie nur halb richtig oder schlicht und ergreifend falsch. Hier sind zehn Gesundheitsmythen im Check.

Abends essen macht dick!

Stimmt nicht: Entscheidend ist nicht, wann, sondern was wir essen. Wer zu viele Kalorien futtert, nimmt zu, egal, wann er dies tut. Allerdings belastet zu spätes Essen den Körper stärker, denn der muss sich nachts mit der mühevollen Verdauung befassen. Das kann zu Schlafstörungen und Völlegefühl führen.

Zuviel Salz treibt den Blutdruck nach oben!

Stimmt halb: Wie groß der Einfluss von Salz auf den Blutdruck tatsächlich ist, ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt. Tatsache ist: Bei machen Menschen steigt der Blutdruck durch Salz im Essen, bei anderen nicht oder nur kaum. Es hängt also davon ab, wie „salzsensibel“ ein Mensch ist – und das gilt es letztlich herauszufinden.

Ein Schnaps nach dem Essen regt die Verdauung an

Stimmt leider nicht: Fakt ist: Alkohol hemmt die Verdauung eher. Denn er lenkt die Leber vom Verdauen der Speisen ab und behindert sogar die Magenentleerung. Auch wenn´s schmeckt, tut´s nach schwerem Essen eher ein warmer Tee.

Wasser auf Steinobst führt zu Bauchschmerzen!

Stimmt nicht: Hat aber mal gestimmt: Früher enthielt das Trinkwasser häufig Bakterien, die in Kombination mit Kirschen beispielsweise im Magen zu gären begannen. Die Folge waren Beschwerden wie Bauch- und Magenschmerzen. Heute ist die Trinkwasserqualität in Deutschland aber so gut, dass dies kaum zu befürchten ist.

Von zu vielen Süßigkeiten sprießen die Pickel

Stimmt halb: Zucker steht im Verdacht, Pickel zu fördern – und das nicht zu Unrecht. Zwar entstehen die Pusteln durch verstopfte Hautporen und übermäßige Talgproduktion, für die Hormone verantwortlich sind. Wer aber zu Hautunreinheiten neigt, sollte in Maßen naschen – denn Schokolade und Co. können durch ihren hohen Fett- und Zuckergehalt die Talgproduktion zusätzlich anregen.

Wenn man auf kaltem Boden sitzt, bekommt man eine Blasenentzündung!

Stimmt halb: Kälte allein verursacht keine Blasenentzündung. Allerdings wird durch die Kälte die Durchblutung im Beckenbereich gedrosselt, das verursacht eine örtliche Abwehrschwäche und dann können sich Bakterien leichter ausbreiten. Gerade bei Frauen ist das problematisch, denn sie haben eine kürzere Harnröhre. Wer anfällig ist, sollte sich tatsächlich nicht zu lange auf kalten Boden setzen und die Füße schön warmhalten.

Wer abnehmen will, sollte viel Obst essen!

Stimmt nicht: Obst ist gesund, zum Abnehmen taugt es aber nur, wenn es andere Kohlenhydrate ersetzt. Wer zwischen den Mahlzeiten viel Obst isst, nimmt mit den Früchten unter Umständen mehr Kalorien auf, als er verbraucht. Einige Sorten sind nämlich sehr kalorienreich, etwa Bananen und Trauben. Zudem lässt der Zuckergehalt in süßem Obst den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen, wenn er wieder abfällt, kommt der Hunger.

Nase hochziehen ist schädlich!

Stimmt nicht: Wer den Nasenschleim hochzieht, anstatt vornehm ins Taschentuch zu schnäuzen, fällt vielleicht unangenehm auf, schadet aber nicht seiner Gesundheit. Das Hochziehen bewirkt nicht, dass im Schleim befindliche Erreger tiefer in den Körper eindringen und Krankheiten auslösen. Der Nasenschleim gelangt nämlich in den Magen, wo vorhandene Keime in der Magensäure unschädlich gemacht werden.

Von Zugluft bekommt man einen steifen Nacken!

Stimmt: „Fenster zu, es zieht!“ Diese Anweisung muss nicht von einem Mimöschen stammen. Denn richtig ist, dass Zugluft unangenehme Folgen haben kann – sofern sie auf warme oder verschwitzte Haut trifft. Dann nämlich entsteht Verdunstungskälte, die Haut wird gekühlt, die Muskulatur darunter kann sich verspannen. Und das kann zu einem steifen Nacken oder auch Kopfschmerzen führen.

Wer mit nassen Haaren rausgeht, wird krank!

Stimmt halb: Nasse Haare machen nicht automatisch krank. Fieber, Husten und Halsschmerzen werden durch Viren oder Bakterien verursacht. Allerdings können Nässe und Kälte das Immunsystem schwächen und die körpereigene Abwehr lahmlegen – dann haben Krankheitserreger durchaus leichtes Spiel, sofern sie bereits im Körper zirkulieren.