Inspiration

GoEast@Darmstadt_2019

Polnische goEast-Festival-Filme im rex

Das Deutsche Polen-Institut, das programmkino rex und das goEast-Filmfestival Wiesbaden zeigen im April 2019 zum 7. Mal polnische Filme im programmkino rex.

Do. 11.4. | Tarnfarben / Barwy ochronne
Als die Arbeit eines Studenten aus unerklärlichen Gründen nicht für den wissenschaftlichen Wettbewerb zugelassen wird, will der junge Wissenschaftler Jarosław die protestierenden Studierenden beruhigen. Der Dozent Jakub lässt aber nicht mit sich reden. Als Jarosław merkt, dass jede universitäre Entscheidung von Jakubs Machenschaften manipuliert wird, will er dem Dozenten beweisen, dass dieser gegen die Gerechtigkeit keine Chance hat. Vetternwirtschaft und Absprachen in der universitären Welt werden gekonnt von Zanussi in Szene gesetzt.
20.15 Uhr | Regie: Krzysztof Zanussi | Polen 1976, 96 Min., OmU
Mit Zbigniew Zapasiewicz, Piotr Garlicki, Christine Paul

Fr. 12.4. | Die Struktur des Kristalls / Struktura kryształu
Zwei ehemalige Studienfreunde treffen sich nach Jahren wieder. Ihre Lebensläufe – der eine hat eine wissenschaftliche Karriere gemacht, der andere lebt zurückgezogen auf dem Land – stehen für zwei Haltungen: eine aktive und eine kontemplative. Im polnischen Kontext spiegelte letztere den Rückzug in die „innere Emigration“ wider. Die Handlung setzt sich aus improvisierten Situationen zusammen, arrangiert an Originalschauplätzen mit Laiendarstellern. Der Film läutete mit seiner durch die Nouvelle Vague und die tschechoslowakische Neue Welle geschulten Filmsprache 1969 eine ästhetische Zeitenwende für den polnischen Film ein.
20.15 Uhr | Regie: Krzysztof Zanussi | Polen 1969, 74 Min., OmU
Mit Barbara Wrzesińska, Jan Mysłowicz, Andrzej Żarnecki

So. 14.4. | Escape from the Cinema „Freedom“ /
Ucieczka z kina „Wolność“
In einem Provinzkino fangen die Filmfiguren an, mit der echten Welt zu interagieren und weigern sich, die ihnen zugeschriebenen Rollen zu spielen. Angesichts dieses Kontrollverlusts bewegt sich der lokale Zensor zwischen Fiktion und Realität, während er in Wodka und moralischen Dilemmas ertrinkt. Wojciech Marczewski, einer der meistzensierten polnischen Intellektuellen, drehte diesen poetischen Film auf der Schwelle zwischen Totalitarismus und Demokratie. Bereits die Eröffnungsszene hinterfragt, ob Redefreiheit je möglich wäre: “In dem Moment, in dem institutionelle Zensur abgeschafft wird, überträgt sich die Rolle des Zensors auf dich.”
18 Uhr | Regie: Wojciech Marczewski | Polen 1990, 87 Min., OmU
Mit Janusz Gajos, Zbigniew Zamachowski, Teresa Marczewska

Alle Vorführungen: programmkino rex | Helia-Passage | Darmstadt | Wilhelminenstr. 9 | Eintritt: 7 Euro | Einführung: Dr. Andrzej Kaluza