Inspiration

Freundschaftsschuld

Martin und Ben sind seit Schulzeiten beste Freunde. Was sie verbindet, ist aber nicht aufrichtige Zuneigung. Ein Unfall schweißt die beiden zusammen. Auf einer Party kommt es zum Eklat – davon erzählt die 1978 geborene Journalistin in guter englischer Schreibmanier.

Ben und Martin sind um die Vierzig und kennen sich, seit sie als Schüler dasselbe Eliteinternat besuchten. Der Halbwaise Martin, in einfachen Verhältnissen aufgewachsen und unscheinbarer Außenseiter, ist fasziniert, als er den beliebten Ben kennenlernt. So wie der attraktive Adelsspross will er sein, darum schleicht er sich geschickt in dessen Leben. Er findet heraus, welche Musik Ben liebt, welche Hobbys und vor allem: welche Schwächen er hat. Martin wird zu Bens Verfolger, kleidet sich wie er, bewegt sich wie er und will nur eines: unersetzbar für sein Idol werden. Keiner erkennt, dass hinter Martins hündischer Ergebenheit mehr als Bewunderung steckt – und dass er alles tut, um Bens Freundschaft zu erzwingen. Als Ben nach einem Trinkgelage einen folgenschweren Unfall verursacht, sieht Martin seine Chance gekommen. Er nimmt die Schuld auf sich und lässt sich sein Schweigen bezahlen, mit Geld und Freundschaftstreue. Auf der Party zu Bens 40. Geburtstag soll diese Sühne ein Ende haben. Doch Martin ist um keinen Preis bereit, die Freundschaft aufzugeben. Day beleuchtet die Obsession ihrer Hauptfigur aus verschiedenen Perspektiven und zeigt, welch zwanghafte Motive dahinterstecken. Das ist ein bisschen Krimi, ein wenig Gesellschaftsroman und ganz viel gute Unterhaltung.

Elizabeth Day | Die Party | Dumont Verlag | 20 Euro