Inspiration

Englische Woche als Gradmesser

Nachdem man aus den ersten Saisonspielen der Lilien noch nicht wirklich schlau wurde, sollten die fünf Partien im September schon eher die Richtung zeigen, in die es für die Darmstädter in diesem Spieljahr gehen könnte. Getreu dem Motto „daheim gewinnen, auswärts nicht verlieren“ sind gegen schwere, aber größtenteils doch schlagbare Gegner zumindest so viele Punkte drin, dass man sich von der unteren Tabellenregion frühzeitig absetzen könnte.

Den Startschuss für die eng getaktete englische Woche mit drei Spielen in sechs Tagen macht das Auswärtsspiel in Dresden (Sa., 22.9., 13 Uhr). Aufgrund der famosen Unterstützung der Dynamo-Fans ist das Gastspiel in Sachsen für Spieler und Fans eines der Saisonhighlights. Auch sportlich müssen sich die Dresdner nicht verstecken. Shootingstar Moussa Kone und Lucas Röser sorgen in der Offensive für die nötige Variabilität, der Abgang von Niklas Hauptmann konnte mit dem ehemaligen Bundesligaprofi Patrick Ebert gut kompensiert werden. Die fehlende Konstanz war in der letzten Saison einer der Gründe, warum Dynamo letztlich nur auf Platz 14 landete. Die Qualität, um die Plätze im oberen Drittel mitspielen zu können, haben die Sachsen aber allemal. Es wird also in erster Linie von der Tagesform der Gastgeber abhängen, ob die Lilien im DDV-Stadion punkten können.

Drei Tage später ist Bielefeld in Darmstadt zu Gast (Di., 25.9., 18.30 Uhr). Für viele gilt die Arminia dieses Jahr als Geheimfavorit für den Relegationsrang, was sie in den ersten Saisonspielen durchaus bestätigen konnte. Schon in der Vorsaison landete das Team von Jeff Saibene auf einem starken vierten Platz. Mit Andreas Voglsammer, Rekordtorschütze Fabian Klos sowie Neuzugang Joan Simun Edmundsson hat der in den Vorjahren oft pragmatisch agierende DSC mittlerweile eine überdurchschnittliche Offensive und kann immer öfter auch spielerisch überzeugen. Auch in der Breite ist die Arminia zum Beispiel mit Ex-Lilien-Stürmer Sven Schipplock anständig aufgestellt.
Den Darmstädtern steht gegen Bielefeld also ein echter Test bevor, ein Punkt sollte am Böllenfalltor aber schon drin sein.

Erneut nur drei Tage danach sind die Lilien im hohen Norden in Kiel gefordert (Fr., 28.9., 18.30 Uhr). Obwohl die Störche im Sommer neben vielen Schlüsselspielern auch Erfolgstrainer Markus Anfang abgeben mussten, scheinen die Norddeutschen auch in ihrer zweiten Saison keineswegs nachzulassen. Der neue Coach Tim Walter arbeit ähnlich akribisch wie sein Vorgänger und versucht, offensiven Ballbesitzfußball mit hohem Pressing zu verbinden. In aller Munde ist derzeit Neuzugang Jae-Sung Lee aus Südkorea, der bei der WM gegen Deutschland in der Startelf stand und in den ersten Spielen schon Dreh- und Angelpunkt des Kieler Spiels war.
Auch wenn das Gastspiel beim Vorjahresdritten eine schwere Aufgabe wird, dürfte für den SV 98 trotzdem mindestens ein Punkt möglich sein, da die Spielweise der Lilien die Kieler vor allem im heimischen Stadion vor einige Probleme stellen dürfte.