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Die Wochen der Wahrheit

Nach der Winterpause und dem Auftakt in das neue Pflichtspieljahr mit dem Flutlichtspiel gegen St. Pauli (Di., 29.1., 20.30 Uhr) geht es für die Lilien im Februar darum, wichtige Punkte gegen Mannschaften auf Augenhöhe einzusammeln. Dabei müssen die in der Fremde schwächelnden Darmstädter ausgerechnet gegen die direkten Konkurrenten Duisburg und Sandhausen auswärts antreten.

Nur drei Tage nach dem ersten Heimspiel in diesem Jahr gegen St. Pauli sind die Lilien bei Abstiegskandidat Duisburg (Fr., 1.2., 18.30 Uhr) gefordert. Der MSV stand zum Jahresabschluss auf dem Abstiegs-Relegationsrang und konnte in den letzten vier Partien im Jahr 2018 keinen Punkt mehr einsammeln. Nachdem die letzte Saison als Aufsteiger mit einem erstaunlich positiven siebten Platz abgeschlossen wurde, läuft in der aktuellen Spielzeit nicht viel zusammen bei den Westdeutschen. In den ersten vier Spielen blieb man ohne Torerfolg und war so vom Saisonstart an in akuter Abstiegsgefahr. Mit dem ersten Saisonerfolg beim 2:1 in Köln unter dem zuvor eingestellten Coach Torsten Lieberknecht setzten die Duisburger am 9. Spieltag ein Ausrufezeichen, konnten den dadurch gewonnenen Schwung aber nur für ein paar Wochen mitnehmen. Auffällig eklatant ist dabei die Schwäche im eigenen Stadion, wo der MSV erst drei Punkte einfahren konnte. Es ist trotz der bundesligaerfahrenen Winter-Neuzugänge Wiedwald und Nielsen nicht zu erwarten, dass die vor der Pause offensichtliche Unsicherheit bei den Duisburgern im neuen Jahr verflogen ist. Daher ist für die Darmstädter gegen einen wohl bis zum Saisonende gegen den Abstieg kämpfenden Gegner ein Auswärtssieg mehr als möglich. Der 3:0-Hinspielerfolg am Böllenfalltor sollte dabei allerdings nicht überbewertet werden.

Gegen einen Gegner aus einer ganz anderen Tabellenregion geht es eine Woche später beim Heimspiel gegen Heidenheim (So., 10.2., 13.30 Uhr). Als die Lilien am 4. Spieltag mit 1:0 in Heidenheim gewannen und mit drei Siegen auf Platz zwei rangierten, ahnte man nicht, dass zum Jahresende der FCH mit 30 Punkten auf Platz sechs um den Aufstieg, die Darmstädter mit elf Zählern weniger wohl erneut nur gegen den Abstieg spielen würden. Das Team von Trainer-Veteran Frank Schmidt startete nach dem etwas enttäuschenden Saisonstart einen Lauf und musste sich seit dem 9. Spieltag nur dem SC Paderborn geschlagen geben. Auch wenn der Kader nicht die Qualität von den Spitzenteams der Liga besitzt, ist das laufintensive Spiel der Heidenheimer für jeden Gegner unangenehm zu spielen. Gepaart mit gefährlichen Standards und effizienter Chancenverwertung feierte der FCH so den Großteil seiner Siege. Auf dem Transfermarkt waren die Heidenheimer bisher nicht aktiv, können aber wieder auf den lange verletzten Stürmer Robert Glatzel zurückgreifen, der in den ersten zehn Saisonspielen sieben Treffer erzielte. Auch wenn die Darmstädter in den letzten sieben Aufeinandertreffen ungeschlagen blieben, sind die Heidenheimer in der aktuellen Form ein enorm gefährlicher Gegner. Ein Zähler sollte für die Lilien aber in jedem Fall drin sein.

In Sandhausen (Fr., 15.2., 18.30 Uhr) treffen die Darmstädter auf den nächsten Abstiegskandidaten. Wie der MSV Duisburg beendete der SVS das Jahr mit dreizehn Punkten, steht aufgrund der besseren Tordifferenz aber noch über dem Strich. Und es gibt eine weitere Parallele zum MSV: der Trainer wurde bereits ausgetauscht und konnte ebenfalls im ersten Spiel direkt einen Sieg feiern, nachhaltig aber auch hier für keinen Umschwung sorgen. Die letzten neun Spiele blieben die Sandhäuser vor dem Jahreswechsel sieglos, obwohl man vor allem im Dezember einen guten Eindruck hinterließ. Das große Problem des SVS ist dabei das Tore schießen. In den ersten 18 Spielen gelangen genau 18 Treffer, davon gingen immerhin zwei Drittel auf das Konto von den Angreifern Wooten und Schleusener. Abgesehen von ein paar Einzelspielern besitzt der Kader nicht die Qualität, um mit dem Großteil der Liga mithalten zu können. Das war auch in den letzten Jahren nicht anders, dennoch sicherte sich der SVS immer wieder den Klassenerhalt. Damit sich das dieses Phänomen erneut wiederholt, sicherte man sich in der Winterpause die Dienste vom langjährigen Bundesligaprofi Dennis Diekmeier. Doch er allein wird den Abstieg nicht verhindern können. Auswärtsspiele in Sandhausen gelten oft als Sinnbild für den grauen Zweitliga-Alltag und sind alles andere als einfach. Dennoch stehen die Chancen für Darmstadt nicht schlecht, nach zuletzt drei sieglosen Spielen wieder einen Erfolg gegen den SV Sandhausen zu feiern.

Zum Abschluss des Monats empfängt der SV 98 Dynamo Dresden (Sa., 23.2., 13.30 Uhr) zu einem sicher stimmungsvollen Spiel am Böllenfalltor. Die Sachsen standen zum Jahreswechsel auf Platz zehn im Niemandsland der Tabelle, ließen ihr Können immer wieder aufblitzen, aber auch die Konstanz vermissen. Nach einer enttäuschenden letzten Saison mit Abstiegskampf bis zum letzten Spieltag entließ man bereits nach zwei Spieltagen und dem Ausscheiden im DFB-Pokal Trainer Neuhaus und spielt unter Neu-Coach Walpurgis eine durchwachsene Saison. Mit Top-Torjäger Moussa Koné, Stratege Patrick Ebert und Ex-Lilie Baris Atik besitzen die Dresdner in der Offensive technisch hochveranlagte Spieler und eigentlich den Anspruch, endlich mal ganz oben mitzuspielen. Dafür fehlt es aber vor allem in den Spielen gegen die Aufstiegskandidaten an der nötigen Zielstrebigkeit vor dem gegnerischen Tor. Aktuell ist also davon auszugehen, dass der Traditionsklub 2019 in seine vierte Zweitligasaison in Folge startet. Im Hinspiel setzten sich die Dresdener in einem ausgeglichenen Spiel mit 4:1 zu deutlich durch. Im Rückspiel ist aufgrund des Heimvorteils der Lilien erneut ein ausgeglichenes Spiel zu erwarten, bei dem ein Sieger nur schwer zu prognostizieren ist.