Inspiration

Die Vermessung des Selbst

Mit digitaler Hilfe achtsamer in Sachen Gesundheit

Wir zählen digital Kalorien, posten den absolvierten 5km-Lauf auf Facebook und koordinieren unseren Kinderwunsch mit der digitalen Erfassung der fruchtbaren Tage. Seitdem Smartphone & Co. nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken sind, verfügen wir über reichlich Möglichkeiten, achtsamer mit unserer Gesundheit umzugehen.

Weihnachten steht vor der Tür und damit eine drohende Kalorieninvasion in Form von Plätzchen, Gänsebraten und Glühwein. Die damit verbundene Gewichtszunahme und das eher übersichtliche Ausüben sportlicher Aktivitäten führen dann nicht selten zu den berühmten guten Vorsätzen für das neue Jahr.

Mehr als „nur“ Prävention

Doch nicht nur das Thema Sport, sondern auch andere körperliche „Baustellen“ lassen sich durch das selbstgesteuerte Kontrollieren entsprechender Daten wie etwa Gewicht, Puls, Blutdruck im Auge behalten. Oder durch per App geleitete Meditation immer und überall entspannen. Oder auch mit durch Gamification, also dem Einbinden von Spiele-Elementen attraktiv gemachte Übungen die Rückenmuskulatur stärken. Tägliche Erinnerung daran, sie überhaupt zu machen, inklusive.
Wenn wir uns mit Smarthone, Smart Watch & Co. datentechnisch selbst vermessen, also Self-Tracking betreiben, dann liefert uns das möglicherweise (noch) nicht immer exakte Daten, aber eines kann man der selbstverantwortlichen Vermesserei nicht absprechen: sie gibt Hinweise. Und die können möglicherweise Leben retten. Vor ein paar Jahren meldete der Pulsmesser von James Green plötzlich massiv erhöhte Werte – ohne erkennbaren Grund. James ging geistesgegenwärtig zum Arzt und landete mit einer Lungenembolie – gerade noch rechtzeitig – in der Klinik. Zwei Jahre später bedankte er sich per Twitter beim Entwickler der App, die ihm ganz ohne Zweifel das Leben gerettet hatte.

Das große Ganze

Finden generell digitale Technologien Einsatz im Gesundheitswesen – und dazu gehört auch schon, dass Ihr Hausarzt sie per SMS an Routine-Untersuchungen erinnert oder Ihnen die Orthopädin den MRT-Befund ihrer Lendenwirbelsäule auf DVD verewigt mitgibt – so nennt man das E-Health (Electronic Health). Darunter fällt auch die kurz vor der Einführung stehende elektronische Patientenakte, auf der dann etwa auch die selbst per Fitnesstracker oder Smartphone vermessenen Gesundheitsdaten eingefügt und Ärzten im Bedarfsfall zur Verfügung gestellt werden können. Manch einen mögen an dieser Stelle Datenschutz-Vibrationen durchzucken, aber um den Bürger vor Datenmissbrauch zu schützen, wurde unlängst das „Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen (E-Health-Gesetz)“ auf die Spur gebracht. Es hält quasi den Finger darauf, dass bei der Einführung einer digitalen Infrastruktur im Gesundheitswesen höchste Sicherheitsstandards eingehalten werden.

Smart Cities und Smart Health

Auch Städte können etwas für die Gesundheit ihrer Bürger tun. Neben der Digitalisierung relevanter Prozesse in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, kann dies auch in Form von Gesundheits- oder Vorwarn-Apps sein, die den Bürger dabei unterstützen, so gesund wie möglich durch den Alltag zu kommen. Denken Sie nur an Warnhinweise in Sachen Pollenflug oder Feinstaubbelastung.
Und nun bedanke ich mich für Ihr Lesen und wünsche Ihnen allen eine friedliche, kalorienoptimierte Weihnacht und ein gesundes 2018.