Inspiration

„Da kämpfst Du mit den Tränen“

Der 28 Jahre alte Darmstädter Sänger Tobi Vorwerk hat seit seiner Teilnahme an „The Voice of Germany“ im Jahr 2015 einen ordentlichen Karrieresprung gemacht. Damals ist er als „singender Barkeeper“ mit einer „krassen Stimme“ erst in Halbfinale der Casting-Show ausgeschieden. Seither kann er von seiner Musik leben, nur noch gelegentlich steht er noch hinter dem Tresen. Seit diesem Jahr ist er zudem Botschafter für „CFI – Internationale Kinderhilfe“.

CFI (Children’s Fund International) Internationale Kinderhilfe Deutschland entstand 2003 auf Initiative der amerikanischen Organisation ICC (International Children‘s Care), um Kindern weltweit zu helfen. Das Darmstädter Büro liegt im Stadtteil Eberstadt. Hier sorgen hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeiter für die finanzielle Unterstützung von zehn Kinderdörfern weltweit, auch in Kambodscha.

Die unterstützten Kinderdörfer bieten eine Infrastruktur, die die Entwicklung der Kinder fördert. Die Kinder leben im Verbund mit Familieneltern in einem Haus mit Garten, von denen mehrere ein Kinderdorf mit Schule, Spiel- und Sportanlagen bilden.
Mitte November ist Tobi Vorwerk in das Kinderdorf „Light of Hope Village“ nach Zentral-Kambodscha geflogen, um sich einen Eindruck über die Arbeit vor Ort zu machen. Mit ihm gemeinsam sind der CFI Kooperationspartner Spieleverlag AMIGO, die Bloggerin Leonie Lutz von MiniMenschlein.de und der Football-Freestyler und Jugendbotschafter David Rau gereist, um das Projekt besser kennenzulernen, um sich zu informieren, wie das Dorf unterstützt werden kann und vor allem, um die Arbeit der Organisation bekannter zu machen und sie zu supporten.
Der Darmstädter Sänger hat einen Song für die CFI – Kinderhilfe aufgenommen. „Care for Children“, soll den bald erscheinenden Image-Film musikalisch untermalen. Das Stück ist auch als eigener Song in allen Online-Musikstores und Streamingdiensten erhältlich. Je nach Shop wird er um einen Euro kosten. Die CD ist auf Nachfrage bei spenden@cfi-kinderhilfe.de erhältlich.
Tobi Vorwerk zeigte sich nach seiner Rückkehr im Gespräch mit VORHANG AUF tief bewegt und beeindruckt vom Erlebten. „Das war heftig, die eine Woche in Kambodscha waren gefühlte drei Wochen.“ Im Kinderdorf „Light of Hope“ gibt es sieben Wohnhäuser in denen jeweils neun bis 15 Kinder mit einer Hausmutter und einem Hausvater wohnen. „Den Kindern geht es hier vergleichsweise gut. Sie haben Essen, Spielzeug, eine Schule und eben Eltern und „Geschwister“, erzählt Tobi Vorwerk. „Wenn Dir die Kinder aber von ihren Schicksalsschlägen erzählen, kämpfst Du mit den Tränen.“. Kinder sind als Säuglinge in Zeitungspapier am Fluss ausgesetzt worden, oder Geschwister sind vor ihrem sie misshandelndem Vater abgehauen und haben sich ein halbes Jahr auf der Straße alleine durchgeschlagen. „Sie erzählen ihre Geschichten so normal, fast gelassen. Und trotz des Erlebten sind sie alle so freundlich und fröhlich. Das ist bewundernswert!“
Um ein Gefühl für das Land und die Leute zu bekommen, habe er auch ein Dorf in der Region besucht. Erschüttert war Tobi Vorwerk von der Armut, die dort herrscht. „Ein Vater verdient für seine Familie etwa 60 Dollar, das sind zwei Dollar am Tag, das ist selbst in einem Land, wo vieles wenig kostet immer noch sehr wenig“. Mit den Bewohnern haben sie ein Hygienetraining absolviert, ihnen erklärt, warum Händewaschen mit Seife und Zähneputzen mit Zahnpasta so wichtig ist.
Sehr angetan war der Sänger darüber, dass die Kinder im „Light of Hope“ Village bereits vor seiner Ankunft sein neues Lied „Care for Children“ gelernt und geübt haben. Gemeinsam mit dem Darmstädter haben sie das Lied im Gottesdienst, der freilich wenig mit europäische Gottesdienstrieten zu tun hat, gesungen. „Das hat mich echt umgehauen, da singen sie Deinen Song und sitzen in großer Gemeinschaft beisammen und sind behütet.“
Auf dem Darmstädter Weihnachtsmarkt wird Tobi Vorwerk den Song am Sonntag, 17. Dezember um 16 Uhr auf der Bühne auf dem Marktplatz vorstellen.
Für ihn ist es eine Herzensangelegenheit, seine Bekanntheit und seinen Erfolg für Waisen- und Straßenkinder einzusetzen. „Ich finde, den meisten Menschen hier in Deutschland geht es überdurchschnittlich gut. Da halte ich es für selbstverständlich, dass wir denen, den es weniger gut geht, helfen. Als ich anfangs mit der CFI über den Song sprach, habe ich gleich gefragt, ob ich darüber hinaus etwas tun kann, mal eines der Kinderdörfer vor Ort besuchen und mit anpacken kann. So kam die Reise nach Kambodscha zustande.“
Der Darmstädter Sänger mit der „krassen Stimme“ ist glücklich, dass er seine durch seine durch „Voice of Germany“ erlangte Prominenz nun für Kinder in großer Not einsetzen kann.

Sandra Russo