Inspiration

„Beste Versorgung für die Kids“

20 Jahre „Darmstädter Kinderkliniken Prinzessin Margaret“ in der Dieburger Straße. Seit 18 Jahren hilft der Förderverein.

Es gab bis 1997 in Darmstadt zwei Kinderklinik Standorte: Die Kinderklinik in Eberstadt und die Eleonorenkinderklinik an der Mathildenhöhe. Dann vor zwanzig Jahren wurde das alles zusammengelegt. Und es wurde umbenannt.

Der Förderverein Darmstädter Kinderkliniken Prinzessin Margaret e.V. wurde zwei Jahre später gegründet. Gabriela Hoffmann, die erste Vorsitzende des Vereins, und Dr. Markus Freff, der Schatzmeister des Vereins, sprachen mit VORHANG AUF.

VA: „Frau Hoffmann, wie kam es zu Ihrem Engagement?“

Gabriela Hoffmann: „Ich wollte mich schon immer für Kinder engagieren. Dann kam, wie bei ganz vielen, ein persönliches Erlebnis dazu. Till, mein Sohn, wurde damals in der Alice-Eleonoren-Klinik aufgenommen. Und wenn man dann wartend auf einem Stuhl am Bett sitzt und so gar nichts machen kann als Mutter, da reifte in mir die Idee, mich im Verein zu engagieren. Angestoßen wurde das bei mir  auch durch Dr. Landzettel, der unser Kinderarzt war, und der mich freundlich aufforderte, kommen Sie doch mal mit. Und jetzt bin ich seit zwölf Jahren dabei und seit acht Jahren die erste Vorsitzende.“

VA: „Was macht der Förderverein?“

G.H.: „So banal es ist: Geld sammeln. So ein Krankenhaus hat einen Träger und wird bezuschusst vom Land Hessen. Dafür bekommt man eine Grundausstattung. Für vieles, was Kinder brauchen – und das ist ja anders, als bei den Erwachsenen – ist dann oft kein Geld da. Mein Sohn Till hatte mal einen kleinen Eingriff in der Hautklinik und da steckte man das Kind in ein viel zu großes OP-Hemd. Da musste die Mutter krempeln und krempeln und das Hemd war immer noch viel zu groß und sehr
unbequem für den Kleinen. Und das in der beängstigenden Situation vor dem Eingriff. Das ist nur ein kleines Beispiel.“

VA.: „Also Hilfestellungen leisten, wo die Klinik nicht genügend Möglichkeiten hat auf die besondere Lage einzugehen?“

G.H.: „Genau. Von der pflegerischen Seite und der ärztlichen Versorgung ist das ja alles prima. Wir haben aber gesagt, wenn ein Kind überhaupt ins Krankenhaus muss, soll es ihm so gut wie möglich gehen. Es gibt viele Sachen, die gemacht werden müssen oder auch gemacht werden können. Wie zum Beispiel der Wasserspielplatz, dafür haben wir intensiv Geld gesammelt. Und der wird heute intensiv genutzt. Auch von älteren Patienten, die beim Zuschauen wohltuend abgelenkt werden.“

VA: „Und die Zusammenarbeit mit der Klinik?“

G.H.: „Die verläuft sehr gut. Wenn die Klinik etwas besonderes braucht, bekommen wir eine Anfrage, ob wir uns dafür einsetzen können. Und in der Regel können und wollen wir das natürlich. Und dann gehts los. Dann muss dafür Geld gesammelt werden.“

VA: „Wie viele Mitglieder hat der Verein und wie viele davon sind auch aktiv?“

G.H.: „Das ist wie bei fast allen Vereinen ein großes Problem. Wir haben ca. 180 Mitglieder. Aber es ist wie bei vielen Vereinen schwierig, eine entsprechende Anzahl von Mitgliedern zur Mitarbeit zu gewinnen.

VA: „Lässt das Engagement bei Eltern, die dann keine kleinen Kinder mehr haben, nach?“

G.H.: „Nein, das kann man nicht sagen. Wer sich mal engagiert hat, bleibt dabei.“

VA: „Die Hilfsbereitschaft der Firmen, die sich engagieren, wechselt das oft. Oder sind die treu?“

G.H.: „Es ist nicht so, dass eine Firma jedes Jahr spendet. Oft wollen die nach und nach verschieden Vereinen helfen. Und oft entsteht so etwas auch zufällig. Man trifft jemanden bei einer Veranstaltung, fragt denjenigen, ob er sich denn nicht mal bei uns engagieren möchte und der Angesprochene sagt spontan: ja, das ist was Gutes. Das machen wir jetzt mal.“

VA: „Gibt es Schwankungen in der Spendenereitschaft!?“

G.H.: „Ja, es ist halt mal mehr und mal weniger. Aber es gleicht sich aus. Dann muss ich noch mehr als sonst die Trommel rühren. Denn wir haben viele Vorhaben, die den Kindern zu Gute kommen und die wir gerne realisieren würden“

VA: „Frau Hoffman, Herr Dr. Freff wir danken für das Gespräch.“

Darmstädter Kinderkliniken Prinzessin Margaret
„Es gibt zwar für die Frühgeborenen eine eigene Abteilung für die perinatale Versorgung im Klinikum in Darmstadts Innenstadt in der Grafenstraße“, sagt Dr. Markus Freff, Arzt an der Klinik und Schatzmeister des Fördervereins. „Dort in der Grafenstraße befindet sich ja die größte Geburtsklinik in ganz Südhessen“.
Aber Standort der Darmstädter Kinderklinik Prinzessin Margaret ist in der Dieburger Straße. Ein Krankenhaus mit allem was dazu gehört, erklärt Dr. Freff, der Facharzt für Kinderdiabetologie, für die Klinik.
„Es werden fast alle kindermedizinischen Bereiche abgedeckt“. Endokrinologie, Nephrologie, Gastroenterologie, Neuro-pädiatrie, Sonographie, Diabetologie, Kardiologie, Allergologie und und und – rund zwanzig Schwerpunkte hat die Klinik. Einzig die Onkologie, also die Krebsheilkunde, und die Rheumatologie als große Schwerpunkte sind nicht verteten.
„Die Klinik ist zuständig für ganz Südhessen und deckt den Raum – trotz steigender Einwohnerzahlen in Darmstadt und Region – seit 1997 gut ab“.

Stifterpaar der Kinderkliniken war:
Das sehr beliebte Großherzog- und Großherzogin-Ehepaar Erst Ludwig und Eleonore von Hessen und bei Rhein.
Er starb 1937, seine Ehefrau mit Kindern, Enkeln und anderen Familienangehörigen einen Monat später bei einem Flugzeugabsturz bei Ostende.
Bei der Zusammenlegung der Eberstädter und der Eleonoren-Klinik 1997 suchte man nach einem neuen Namen und entschied sich für Margaret nach Prinzessin Margaret zu Hessen und bei Rhein. Damit trug man dem großen sozialen Engagement der Prinzessin Rechnung und würdigte zugleich die karitative Tradition des großherzoglichen Hauses.