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Auswärtstrend bestätigen

Nachdem die Lilien in den vergangenen Wochen gegen Kiel und den HSV unerwartete Siege einfahren konnten, gilt es jetzt, die positive Entwicklung auch gegen tabellarisch schwächer platzierte Gegner fortzusetzen. Dass drei der vier Partien dabei auswärts stattfinden, muss dank der zuletzt mutigeren Spielweise der Darmstädter kein Nachteil sein. Lediglich in Köln sind keine Punkte zu erwarten.

Anfang April (So., 7.4., 13.30 Uhr) reisen die Lilien Richtung Süden zur SpVgg Greuther Fürth. Zum Zeitpunkt des Hinspiels am Böllenfalltor standen die Franken komplett überraschend auf dem zweiten Tabellenplatz und spielten bis dahin eine bemerkenswerte Saison. Mit der 2:0-Niederlage gegen den SV 98 startete für die Franken dann der Abwärtstrend. Nur ein Sieg aus den folgenden zehn Partien und mehrere hohe Niederlagen zwangen die Verantwortlichen schließlich zu einem Wechsel auf der Trainerposition, wo seit Anfang Februar Stefan Leitl die Geschicke leitet. Mit dem Ex-Lilien-Profi auf der Bank war in den letzten Wochen wieder eine deutliche Leistungssteigerung erkennbar, sodass sich die Fürther im relativ sicheren Tabellenmittelfeld wiederfinden. Dass Fürth drei Tage vor dem Aufeinandertreffen mit den Darmstädtern Dynamo Dresden zum Nachholspiel empfängt, dürfte zumindest kein Nachteil für die Lilien sein.

Sechs Tage später tritt der SV 98 zum nächsten Auswärtsspiel an. Dann trifft man bereits das dritte Mal in dieser Spielzeit auf den FC Magdeburg (Sa., 13.4., 13 Uhr), den man sowohl beim Gastspiel in der ersten Pokalrunde als auch beim Hinspiel am Böllenfalltor bezwingen konnte. Tabellarisch gesehen ist der FCM der leichteste Gegner des Monats. Die Sachsen standen nach der Hinrunde mit enttäuschenden elf Punkten auf dem vorletzten Platz und wurden teilweise schon abgeschrieben, konnten sich unter Trainerneuverpflichtung Michael Oenning mit guten Ergebnissen und gepflegtem Fußball aber wieder in Schlagdistanz bringen. Der zentrale Spieler bei den Magdeburgern ist seit dem Winter der ehemalige Bayern-Profi Jan Kirchhoff. Allerdings hat der Drittliga-Aufsteiger seit der Verletzung von Top-Torjäger Christian Beck etwas den Offensivschwung verloren. Verbunden mit der Heimschwäche sollten die Darmstädter in Sachsen gute Chancen haben, Zählbares mit nach Hause zu nehmen.

Zum einzigen Heimspiel am Böllenfalltor im April empfangen die Darmstädter den VfL Bochum (So., 21.4., 13.30 Uhr). Der Ruhrklub spielt eine für eigene Ansprüche durchwachsene Saison und wird trotz einem gut besetzten Kader mit viel Bundesligaerfahrung auch in diesem Jahr nicht ins Aufstiegsrennen eingreifen können. Nach anständiger Hinrunde verlor der VFL durch vier Niederlagen am Stück zu Beginn des Jahres den Kontakt zur Spitze und entwickelt sich langsam aber sicher zur grauen Maus. Mit Lukas Hinterseer stellen die Bochumer den zweitbesten Torschützen der Liga und lassen ihr Können wie beim 3:2-Erfolg in Köln im Dezember vereinzelt aufblitzen, sind aber vor allem auswärts mit nur zwei Siegen zu unkonstant. Das Hinspiel gewann der VFL in einem ereignisarmen Spiel durch eine Einzelaktion mit 1:0, im Rückspiel am Böllenfalltor gehen die Lilien als leichter Favorit in die Partie.

Ein absolutes Highlight wartet auf den SV 98 und seine Fans mit dem Auswärtsspiel im Kölner Rhein-Energie-Stadion (Fr., 26.4., 18.30 Uhr). Der 1. FC Köln stellt mit Abstand den wertvollsten Kader der zweiten Liga und wird seiner Favoritenrolle nach einigen Schwankungen in der Hinrunde in den letzten Wochen eindrucksvoll gerecht. Spielerisch konnten die Kölner zwar nicht immer überzeugen, sich dafür aber auf die durch die Rückkehr von Anthony Modeste nochmal aufgewertete individuelle Qualität seiner Angreifer verlassen. Der FC stellt die mit Abstand beste Offensive und mit Simon Terodde den besten Torjäger. Kein Team sammelte in den letzten zehn Spielen mehr Punkte als die Rheinländer, der Aufstieg ist in der aktuellen Form also nur eine Frage der Zeit. Auch wenn die Kölner sich im heimischen Stadion hin und wieder schwer tun, wäre ein Erfolg der Lilien beim FC nochmal eine deutlich größere Überraschung als der Sieg in Hamburg.