Inspiration

Anschluss verloren

Fußball ist schnelllebig. Nach sechs Spieltagen noch punktgleich mit dem damaligen Tabellenführer Kiel, ging es für die seitdem erfolglosen Lilien in der Tabelle Woche für Woche bergab.
Der Abstand nach oben ist mittlerweile ähnlich groß wie das Polster nach unten. Um bis Weihnachten nicht in Abstiegsnot zu geraten, müssen in den nächsten Wochen auch mal Spitzenteams geschlagen werden.

Man fühlt sich ein bisschen an das vergangene Bundesligajahr erinnert, wenn man die letzten Spiele der Lilien in der Liga verfolgte. Teilweise gut mitspielende, doch am Ende mit leeren Händen und hängenden Köpfen vom Platz schleichende Darmstädter. Dabei kann man der Mannschaft kaum etwas vorwerfen, Einsatz und Mentalität stimmen. Eine Mischung aus individuellen Fehlern, fehlendem Spielglück in dominanten Phasen und Kaltschnäuzigkeit der Gegner sorgt dafür, dass die Darmstädter aktuell nicht so punkten wie zu Beginn der Saison. Dass auch die ersten Saisonpartien gegen Abstiegskandidaten wie Kaiserslautern, Fürth oder Duisburg nicht vollends überzeugend waren, sollte an dieser Stelle aber auch nicht vergessen werden.

Es ist eine gefährliche Situation, in der sich die Lilien befinden, hat man doch erstmals seit Norbert Meier das Gefühl, die Fans stünden nicht mehr komplett hinter Mannschaft und Trainerteam. Die Euphorie, die Frings trotz des Abstiegs in der Rückrunde entfachte, und die durch die Neuverpflichtungen und die guten Ergebnisse zu Beginn noch verstärkt wurde, ist verflogen. Viele Spieler scheinen entweder bereits über ihren Leistungszenit hinaus, oder noch nicht reif für jede Woche intensiven Zweitligafußball. Die individuelle Qualität, die gerade in der engen zweiten Liga Spiele entscheiden kann, findet man bisher eher auf Seiten der Gegner. In der Offensive wirkt das Lilienspiel oft langsam und behäbig, der Verlust vom schnellen Marcel Heller im Sommer wiegt immer schwerer. In der Defensive fehlt Kapitän Sulu ein zuverlässiger Nebenmann in der Innenverteidigung.

Weil diese Probleme aber nicht kurzfristig behoben werden können und die kommenden Gegner nicht leichter werden, müssen sowohl Mannschaft als auch Fans noch enger zusammenrücken. Dann sind mit besserer Balance zwischen Offensive und Defensive und etwas Spielglück auch Überraschungssiege gegen Spitzenteams drin. Dieses Erfolgserlebnis müssen sich die Lilien hart erarbeiten, dann kann es auch ganz schnell wieder in die richtige Richtung gehen.