Inspiration

And the winner is… die digitale Perle am Darmbach

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
ich lade Sie herzlich ein, mit mir Darmstadts digitale Seite zu entdecken und besser zu verstehen, was zwischen Bits & Bytes in unserer Heimatstadt so alles passiert. Als Informatikprofessorin, Wissenskabarettistin und Digital-optimistin sehe ich vor allem die Chancen der Digitalisierung, habe aber eventuelle Risiken und Nebenwirkungen immer fest im Blick. Übrigens erkläre ich das eine oder andere Digitale auch in Wort und Ton. Wenn Sie mögen, dann schauen Sie doch auch mal hier vorbei:
youtube.com/c/Digitaloptimismus

Liebes Darmstadt, jetzt bist Du also „Digitale Stadt“ geworden. Hast Dich im vom Branchenverband Bitkom e.V. in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) ausgerufenen Wettbewerb im Finale gegen Heidelberg, Paderborn, Wolfsburg und den heimlichen Favoriten Kaiserslautern durchgesetzt. Sie alle boten grandiose Konzepte. Aber Deine Visionen, Deine Strategien waren einfach besser.

In einer Mischung aus „mache mer schon“, „wolle mer mache“ und „hätte mer aach noch e Idee dezu“ hast Du aufgezeigt, wie die Zukunft in Bereichen wie Energie & Umwelt, Bildung oder auch Handel aussehen kann. Für uns als Bürger einer digitalen Modellstadt. Und vermutlich wollen wir das auch genau so, denn die Bitkom hat in einer Umfrage herausgefunden, dass fast drei von vier Bundesbürgern ab 14 Jahren glauben, dass digitale Technologien die Lebensqualität in Städten verbessern. Ich gehöre ganz sicher zu diesen dreien, aber ich gebe auch zu bedenken, dass Lieschen Müller und Otto Normalverbraucher nicht mit allem, was technologisch heute bereits machbar ist, auch heute schon selbstverständlich umgehen können. Immerhin sind laut einer Studie aus 2016 gut ein Viertel der Deutschen „digital Abseitsstehende“ (Quelle: initiativeD21.de). Menschen also, für die der souveräne Umgang mit Internet, Smartphone & Co. keineswegs selbstverständlich ist. Ganz im Gegensatz zu dem mit seinem mobilen Endgerät Pokémon Go spielenden Sechstklässler am Luisenplatz, der haltungstechnisch jeden Physiotherapeuten in Erwartung eines neuen Kunden frohlocken lässt.

Dennoch werden wir als Darmstädter, „optimistisch-kritisch“ wie wir nun einmal sind, mehrheitlich auf die eine oder andere Weise an Deiner Seite zu digitalen Modellbürgerinnen und -bürgern werden. Und Du holst uns ja auch mit ins Boot. Bietest Info-Veranstaltungen, lädst zum Mitdiskutieren und Mitmachen ein. Zugegeben – manchmal äußern wir Woogswasser-Getauften unsere Meinung erst, wenn sie schon längst nichts mehr bewirken kann. Dann gerne auch digital, nämlich in einer Facebook-Gruppe, die mit weit über 15.000 Heinerinnen und Heinern nicht nur eine beachtliche Größe hat, sondern auch darstellt. Du siehst, wir sind also prinzipiell digital-willig. Aber wir wollen es auch verstehen, was Du da so vorhast, wenn Du etwa von Location Based Services sprichst oder intelligente Müllcontainer einführen willst, die selbsttätig melden, wenn sie voll sind. Damit die Müllabfuhr auch dann erst vorbeikommt. Bedarfsorientiert. Und nicht etwa, weil sie behördlich festgelegt einmal pro Woche zu kommen hat – egal wie voll oder leer der Container zu diesem Zeitpunkt ist.

Bei diesem Unterfangen möchte ich Dir, wertes Darmstadt, ein wenig unter die Arme greifen und in dieser Kolumne künftig das eine oder andere digitale Gedöns erklären. In möglichst einfachen Worten. Quasi ein wenig Digitalbildung für interessierte Demnächst-Digitalbürger. Und mit den intelligenten Müllcontainern geht’s in der nächsten Ausgabe los.