Inspiration

19.3. | AUF zur Oberbürgermeisterwahl

am 19. März wählt Darmstadt zum fünften Mal seit 1993 den Oberbürgermeister direkt.

Nach den Sozialdemokraten Peter Benz (1993 und 1999) und Walter Hoffmann (2005) setzte sich im April 2011 der damalige Sozialdezernent der Stadt, Jochen Partsch (Grüne) gegen Amtsinhaber Hoffmann in der Direktwahl durch. Der 54 Jahre alte Jochen Partsch tritt für die Grünen ein Jahr nach den Kommunalwahlen zur Wiederwahl an – acht Mitbewerber wollen ihm das Oberbürgermeisteramt streitig machen.

Sollte sich im ersten Wahlgang am 19. März keiner der neun Bewerber durchsetzen, wird es am 2. April einen zweiten Wahlgang geben. Hier stehen dann die beiden Bewerber zur Wahl, die im ersten Wahlgang die meisten Stimmen auf sich vereinen konnten.

VORHANG AUF stellt die insgesamt neun Kandidaten in dieser Ausgabe vor und ruft die Darmstädter dazu auf, an den Oberbürgermeisterwahlen teilzunehmen und hier die demokratischen Kandidaten zu unterstützen!

Hier können sich Wählerinnen und Wähler über die Kandidaten informieren:

Jochen Partsch
Bündnis 90/Die Grünen
Der gebürtige Unterfranke (Jahrgang 1962) und frühere Darmstädter Sozialdezernent ist Darmstadts Oberbürgermeister seit 2011. Partsch, der im Woogsviertel lebt, fühlt sich dem Leitmotiv der grün-schwarzen Koalition im Stadtparlament verpflichtet: „Dialog und Entscheidung“ ist die Prämisse, unter der ich Darmstadt in den kommenden sechs Jahren gemeinsam mit Magistrat, Stadtverordnetenversammlung und insbesondere mit der Stadtgesellschaft gestalten und weiterentwickeln möchte“, sagt Partsch. Dazu zählt der Grüne die Entwicklung von Wohnraum verbunden mit einem guten Verkehrsmanagement und einer Verbesserung des Klimas; die Unterstützung von Beteiligung und Teilhabe zur Stärkung des Vertrauens in die kommunale Demokratie; der kontinuierliche Ausbau und die Qualitätssicherung von Bildung und Betreuung; die Förderung von Wirtschaft und Wissenschaft sowie die Fortentwicklung Darmstadts durch die Umsetzung der Landesgartenschau und die Bewerbung um den UNESCO-Welterbestatus für die Mathildenhöhe. Partsch kann bei seiner erneuten Bewerbung um Das Oberbürgermeisteramt auch auf die Unterstützung der Darmstädter CDU zählen, die keinen eigenen Oberbürgermeister-Kandidaten ins Rennen schickt.
www.jochenpartsch.de
Kerstin Lau
Uffbasse
Die 1971 in Dieburg geborene Kerstin Lau tritt für die Wählvereinigung Uffbasse („Unabhängige Fraktion freier Bürger Aufrecht Spontan Subkulturell Eigenwillig“) als einzige Frau zur Oberbürgermeisterwahl in Darmstadt an. Die Diplom-Sozialpädagogin, tätig als Personalreferentin bei einem Telekommunikationsunternehmen, ist Sprecherin von Uffbasse im Darmstädter Stadparlament. Dort gilt die in Eberstadt lebende Kerstin Lau seit Jahren als engagierte Stadtverordnete mit so klugen wie bemerkenswerten Redebeiträgen. Kerstin Lau hat sich außerparlamentarisch in jüngster Zeit vor allem auch als eine der Aktiven beim „Fanbündnis Bölle“ einen guten Namen gemacht. Basis ihres Wahlkampfes ist das Programm von Uffbasse.
www.uffbasse-darmstadt.de
Michael Siebel
SPD
Der in Bad Schwalbach im Taunus geborene Michael Siebel (Jahrgang 1957) lebt seit fast vierzig Jahren in Darmstadt, ist vielen Jahren SPD-Landtagsabgeordneter und Sprecher der Sozialdemokraten im Darmstädter Stadtparlament. „Ich möchte ein Oberbürgermeister sein, der Darmstadt fit für die Zukunft macht“, sagt der Sozialdemokrat aus dem Johannesviertel. „Gute Politik beruht auf zwei wesentlichen Grundannahmen: Einerseits, dass Menschen ihr Leben selbst gestalten wollen und andererseits, dass es Aufgabe der Politik ist, Menschen dabei zu unterstützen und sie nicht alleine zu lassen. Das gilt auch für die Kommunalpolitik“, so der SPD-Kandidat Michael Siebel weiter.
www.siebel-spd.de
Christoph Hentzen
FDP
Für die Darmstädter FDP bewirbt sich der 57 Jahre alte Diplom-Ingenieur Christoph Hentzen aus Eberstadt um das Oberbürgermeisteramt. Er möchte in Darmstadt Investitionsprojekte „erfolgreich im geplanten Kosten- und Zeitrahmen umsetzen“, Bequeme und sichere Abwicklung von Amtsgängen via Internet; einen schnellen Anschluss Darmstadts an das ICE-Netz und bezahlbare Wohnungen für Darmstadt. Hentzen wirbt für sich mit seiner „ Erfahrung aus mehr als 30 Jahren in der Industrie, davon seit 25 Jahren als Geschäftsführer und Aufsichtsrat mittelständischer Familienunternehmen.“
www.christoph-hentzen.de
Uli Franke
Die Linke
Für die Linke in Darmstadt geht der 1968 in Erlangen zur Welt gekommene Uli Franke ins Rennen um den Chefsessel im Darmstädter Rathaus. Der Software-Entwickler aus Bessungen ist überzeugt: „Vielen Wählerinnen und Wählern liegt eine sozialere und ökologischere Stadt am Herzen. Sie vermissen den notwendigen Elan, wenn es gerade nicht um ein neues großes Imageprojekt oder um die grün-schwarze Null geht.“ Franke ist Mitglied der Darmstädter Stadtverordnetenversammlung und Kreisvorsitzender der Darmstädter Linken.
www.uli-franke.de
Achim Pfeffer
Unabhängig
Der Eberstädter Bezirksverwalter Achim Pfeffer tritt bei der Oberbürgermeister-Direktwahl gegen seinen Chef an. Der 63 Jahre alte Pfeffer, in Darmstadt geboren und seit mehr als dreißig Jahren SPD-Mitglied, unterlag parteiintern gegen Michael Siebel. Der in der Heimstättensiedlung lebende Pfeffer tritt jetzt als unabhängiger Bewerber auf und sagt: „Gute, machbare Ideen, egal von welcher Partei sie kommen, sollten umgesetzt werden!“ Pfeffer ist seit zwanzig Jahren Fußball-Abteilungsleiter bei der TG 1875 Darmstadt.
www.achim-pfeffer.de
Helmut Klett
Uwiga
Der frühere Stadtverordnete der „Unabhängigen Wählervereinigung, hervorgegangen aus der IG Abwasser (Uwiga)“ hat seit 2005 bei den Oberbürgermeister-Direktwahlen kandidiert und ist auch 2017 am Start. Im vergangenen Jahr trat er nach Differenzen um die letztlich gescheiterte Abwahl des Darmstädter Ordnungsdezernenten und Bürgermeisters Rafael Reißer (CDU) nach zehn Jahren als Stadtverordneter zurück. Der 67 Jahre alte Diplom-Ingenieur und Architekt lebt in Arheilgen.
www.helmutklett.wordpress.com
Thorsten Przygoda
Unabhängig
„Parteilos, bürgernah und transparent“ will er als Oberbürgermeister sein, der 1965 in Darmstadt geborene unabhängige Bewerber Thorsten Przygoda. Der in Wixhausen lebende Kaufmann sagt zu seiner Motivation: „Als parteiloser Oberbürgermeister kann ich mit allen Parteien arbeiten sowie Ideen und Anregungen aus allen Parteien berücksichtigen. Die Belange der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt stehen für mich im Fokus und nicht die einer Partei. Das war der Grund für mich, dass ich ohne Parteibuch bin und auch bleiben werde.“
www.thorsten-przygoda.de
Hans Mohrmann
AfD
Der Rechtsanwalt Hans Mohrmann aus Ober-Ramstadt kandidiert für die „Alternative für Deutschland“ um das Oberbürgermeisteramt in Darmstadt.
Der streitbare Jurist legt sich gerne und viel mit potentiellen Gegnern an. Er hat eine wechselvolle Politik-Karriere hinter sich. Wohl erst SPD-Sympatisant, viele Jahre Grüner und jetzt bei der rechtsnationalen AfD – das ist gradlinig. Er scheint ein Ideenträger fürs mittelalterliche, ja urzeitliche zu sein. Er wollte ja auch in einem „satirischen“ Facebook-Beitrag den Frauen das Wahlrecht wieder aberkennen. Und: Frauen – diese Heulsusen – sollten sich mehr ums Häusliche und das Wohlergehen der Männer kümmern, die eben mannhaft keulenschwingend für die Ernährung der Familie sorgen. Das wird ein Oberbürgermeister. Der reißt uns den Säbelzahntiger.